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Es ist gewiß ein Gemeinplatz zu konstatieren, daß die Wissenschaft ihre Grenzen hat. Kein vernünftiger Mensch wird bestreiten, daß alle Menschen und daher auch alle Wissenschaftler, so begabt oder gar genial sie auch sein mögen, in ihrem Wesen und Leisten über bestimmte Schranken nicht hinauskommen. Doch hört man gelegentlich die Vorstellung oder gar die Befürchtung aussprechen, daß angesichts des gewaltigen Fluges, den die Wissenschaft seit der Renaissance und der „Aufklärung“ genommen hat, diese Grenzen bis ins Unendliche verschoben werden könnten. Wenn man die technischen Errungenschaften der Neuzeit, des sogenannten Atomzeitalters, betrachtet, so erscheint eine solche Befürchtung nicht unverständlich. Die Menschheit hat heute die Mittel in der Hand, sich selbst sehr schnell zu vernichten—und doch möchte der größte Teil der Menschheit leben. Man denkt unwillkürlich an Goethes Zauberlehrling. Es kommt einem vor, als habe die Menschheit für die ungeahnte Höhe der Entwicklung ihrer Ratio einen Preis im irrationalen Bereich, im Emotionalen und Affektiven, zu zahlen und als wirke sich dies in den zwischenmenschlichen Beziehungen aus. Als an der allgemeinen Psychologie interessierte Psychoanalytiker fragen wir uns, warum dies so sein muß; zugleich wird man gewahr, wie wenig man davon weiß. Diese kleine Arbeit will daher nur einigen vorläufigen Gedanken Ausdruck geben.
Man kann die Naturwissenschaft in zwei große Gebiete unterteilen:
die Wissenschaft von der unbelebten Natur: Physik, Astrophysik, Chemie, Mathematik, Technologie usw.;
die Wissenschaft von der belebten Natur: die Biologie mit der Unterabteilung der Menschenkunde.
Die Naturwissenschaft strebt nach Objektivität, und man begegnet der Meinung, es gebe eine rein objektive Forschung, z. B. in der Physik und verwandten