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Die große Zahl von Arbeiten, in denen die Wechselwirkung zwischen psychoanalytischer Theorie und Behandlungstechnik thematisiert ist, läßt erkennen, wie essentiell dieses Problem für Analytiker stets gewesen ist. In dem auf dieser Tagung gegebenen Rahmen schien es mir fruchtbar zu sein, auf einige wesentliche Akzente in der historischen Entwicklung der Theorie der Technik einzugehen. Statt der Einleitung sei als Motto eine Stelle aus einem Brief Sigmund Freuds an Sandor Ferenczi am 4. Jan. 1928 vorangestellt (21). In diesem Brief geht Freud auf Ferenczis Arbeit „Die Elastizität der psychoanalytischen Technik“ (10) ein und schreibt:
„Ich hielt es für das Richtigste herauszuheben, was man nicht tun soll … Fast alles, was man positiv tun soll, habe ich dem von Ihnen eingeführten „Takt“ überlassen. Dabei erzielte ich aber, daß die Gehorsamen die Elastizität dieser Abmachungen nicht bemerkten und sich ihnen als ob es Tabuverordnungen wären unterwarfen …“ Dann geht es in dem Brief weiter um den Takt und die mit ihm zusammenhängenden Gefahren – aus Ferenczis Arbeit geht klar hervor, daß er unter Takt all das versteht, was wir heute mit Empathie bezeichnen. Und dann fährt Freud in seinem Brief fort: „Was wir in Wirklichkeit vornehmen, ist eine meist vorbewußt bleibende Abwägung der verschiedenen Reaktionen, die wir von unseren Eingriffen erwarten, wobei es vor allem auf die quantitative Einschätzung der dynamischen Faktoren in der Situation ankommt“.
Das schien mir wichtig voranzustellen, weil manches von dem, was sich uns als eine Neuerwerbung in der Theorie der psychoanalytischen Technik anbietet, in seinen Grundzügen von Freud beschrieben und praktiziert wurde. Anfänglich sah Freud die Ursache der neurotischen Symptome in einem Konflikt zwischen dem Triebgeschehen und der Realität und entwickelte folgerichtig als therapeutische Methode zusammen mit Breuer das kathartische Abreagieren der sogenannten eingeklemmten Affekte. Dann aber zeigten ihm seine wachsenden empirischen