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Nach abgeschlossener Diagnostik und Falldiskussion in der Ambulanzkonferenz wird dem fiktiven Patienten mitgeteilt, daß wir ihm zur Teilnahme an einer Gruppentherapie raten. Wenn nun im folgenden versucht werden soll, diagnostisches Material für die Indikationsstellung auszuwerten, so erscheint es ratsam, vorher in Kürze auf die Art unserer Gruppen einzugehen und unseren Standort und das verwendete Konzept zu beschreiben. Es handelt sich bei unseren Erfahrungen bisher nur um geschlossene, heterogene Gruppen von Neurotikern und psychosomatisch Kranken, die mehrere Jahre lang behandelt werden. Außerhalb der Gruppentherapie erfahren unsere Patienten keine weitere individuelle Behandlung, doch hat das Gruppenmitglied die Möglichkeit, mit einem anderen Arzt als dem Gruppentherapeuten ein schwieriges Problem in einer einmaligen Sitzung zu besprechen.
Im Gegensatz zu anderen Gruppentherapeuten stehen wir auf dem Boden der Psychoanalyse. Ihre Strukturmodelle, metapsychologischen Konzepte und Behandlungstechnik versuchen wir auf die Gruppe anzuwenden. Wir sind Bion (1955), Grinberg und Mitarbeitern (1960) und Ezriel (1960) verpflichtet, deren Technik, mit der Gruppe als einer Entität, die mehr ist als die Summe ihrer Teile, wie mit einem Individuum in der Analyse umzugehen, der unseren weitgehend entspricht. Dies bezieht sich besonders auf die Handhabung der Übertragung und auf die Deutungstechnik.
In einem Hause, das über verschiedene Therapieformen verfügt (klassische Psychoanalyse mit 4-5 Wochenstunden, die einmal wöchentlich stattfindenden Psychotherapien, Fokal- und Gruppentherapien), ist der Wunsch nach stichhaltigen Kriterien für die eine oder andere Therapieform verständlich. Unter den hier zu untersuchenden Gesichtspunkten lautet die entscheidende Frage etwa so: Gibt es positive Indikationen, die die psychoanalytische Gruppentherapie als Methode der Wahl erscheinen lassen? Gibt es Kontraindikationen? Diesen Fragen, die auf eine Indikationsabgrenzung hinzielen, und den