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Wir sind natürlich an dem weiteren Schicksal unserer Patienten interessiert, wenn sie einen Kontakt mit uns hatten. Damit kommen wir in das Gebiet der Katamneseforschung.
Das wissenschaftliche Interesse an dieser Forschungsrichtung ist in der Psychoanalyse, von Einzelfällen abgesehen, relativ jung. Auf dem wurde das Problem der Einschätzung der Therapieergebnisse aufgeworfen, doch führte die Diskussion zu keinen weiteren konkreten Untersuchungen. Zur etwa gleichen Zeit entwickelte sich in den Sozialwissenschaften eine Methodologie, mit deren Hilfe statistische Untersuchungen sozialer Prozesse möglich wurden. Forschungen größeren Ausmaßes wurden jedoch durch die Kriegs- und Nachkriegsverhä—tnisse unmöglich gemacht, so daß der Zeitraum für katamnestische Verlaufsuntersuchungen in der Wissenschaftsgeschichte gerade 20 Jahre beträgt1. Einige wertvolle analytische Grundsatzdiskussionen fanden nach dem Krieg in Amerika statt. Dann wurden Eysencks bekannte Angriffe gegen den Wert psychotherapeutischer Verfahren—abgesehen von denen, die auf der Lerntheorie fußen—zu einem Anreiz, sich intensiver mit dem Problem der Wirksamkeit der Psychotherapie auseinanderzusetzen. Seine Nullhypothese—Psychotherapie führe zu keinem statistisch nachweisbaren Erfolg—und seine These, Psychotherapie hemme und zerstöre oft sogar die spontane Heilungstendenz des Kranken, basieren jedoch auf Voraussetzungen, deren Anwendung in dieser Form dem Gegenstand nicht angemessen sind.
Die kritischen Übersichten über die zahlreichen inzwischen erschienenen statistischen Untersuchungen über Behandlungserfolge führen insbesondere analytisch orientierte Beobachter zu der Erkenntnis, daß auf diesem Weg keine wirkliche Einsicht in die Verhältnisse zu gewinnen ist. : „Was wir von der Verlaufsforschung erwarten, nämlich Aufschluß über die Prognose psychischer Leiden mit und ohne Behandlung, kann diese Forschungsrichtung offensichtlich nicht leisten.“ : „Untersuchungen behandelter und unbehandelter Patienten, die ei