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Allgemeines: Wie allgemein bei katamnestischen Untersuchungen, so tauchen auch bei der Durchführung von Retests nach einer psychoanalytischen Behandlung Probleme der Erfassung und Beurteilung von Veränderungen auf, die noch nicht zufriedenstellend gelöst wurden. Viele der bisher vorliegenden Untersuchungen leiden an Simplifizierungen oder Verallgemeinerungen, die der Differenziertheit der Problematik nicht gerecht werden können.
Es lassen sich vor allem drei Fehlerquellen charakterisieren, die zu Trugschlüssen führen können. Die erste betrifft die Nichtbeachtung diagnostischer Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten oder verschiedenen Patientengruppen. Die Anwendung gleicher Kriterien auf die verschiedensten Patienten muß deshalb in die Irre führen, weil nicht bei allen eine Änderung in gleicher Richtung intendiert sein kann. Ist es z. B. bei dem einen Patienten notwendig, die Abwehr zu stärken, um ihm zu einer Ichstabilisierung zu verhelfen, so ist es für den anderen Patienten erforderlich, die Abwehr zur Bereicherung des Ichs aufzulockern.
Die zweite Möglichkeit eines Fehlschlusses hängt mit der ersteren zusammen. Sie betrifft die Isolierung einzelner Persönlichkeitsfaktoren bei der Beurteilung. Barendregt (1965) benutzte z. B. in einer Retest-Studie u. a. eine Skala, die introversive versus extraversive Verhaltensdaten mißt. Er stellt die Hypothese auf, daß sich bei den behandelten Patienten eine stärkere Tendenz zur Extraversion zeigen müßte als bei einer Vergleichsgruppe von unbehandelten Patienten, was sich jedoch nicht bestätigt. Eine solche isolierte Beurteilung einer Persönlichkeitsdimension kann nicht zu relevanten Aussagen über positive Veränderungen führen, da erst die Einordnung dieser Dimension in die Persönlichkeitsstruktur deren positiven oder negativen Wert in der Entwicklung des Patienten verdeutlichen würde.
Eine dritte Fehlerquelle betrifft die teilweise zu große Komplexität der untersuchten Faktoren. Verwendet man z. B. eine Skala zur Messung