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In der von Michael Balint in den letzten Jahren entwickelten und von ihm so benannten „Fokaltherapie“ wird versucht, metapsychologische und behandlungstechnische Erkenntnisse der Psychoanalyse im Rahmen einer abgekürzten und thematisch begrenzten Therapieform anzuwenden.
Malan (1965) hat über die Arbeit einer Gruppe erfahrener Analytiker an der Tavistock-Klinik in London unter der Leitung von Balint berichtet und kommt nach kritischer Überprüfung der Behandlungsergebnisse von 20 Fällen zu dem Schluß:
Psychoanalytische Kurztherapie ist möglich.
Auch bei Patienten mit schweren und lange bestehenden Leiden kann eine dauerhafte Besserung der neurotischen Störungen erreicht werden.
Die Ergebnisse können mit einer Technik erzielt werden, die zwar „fokal“ vorgeht, sonst aber ganz der psychoanalytischen entspricht und fast die gleichen Themen behandelt.
Loch (1967) bewertet in seiner Arbeit: „Über theoretische Voraussetzungen einer psychoanalytischen Kurztherapie“—die in diesem Absatz kurz referiert wird—die psychoanalytische Kurztherapie an einer „Minimal“- und einer „Maximaldefinition“ der Psychoanalyse. Die eine bezieht sich auf Übertragung und Widerstand, die andere auf die Übertragungsneurose.
Die äußere Anordnung bei der Durchführung einer Psychoanalyse begünstigt die Entstehung einer Regression und einer Übertragungsneurose, das sich Gegenübersitzen von Arzt und Patient in der Fokaltherapie dagegen nicht. Die Überlegungen Lochs gehen dahin, inwieweit bei der Fokaltherapie das Operationsfeld so aufgefunden und abgesteckt werden kann, daß innerhalb eines vorab vereinbarten Behandlungsziels eine kausale Therapie möglich wird. Ist dazu die Ausbildung und Durcharbeitung einer Übertragungsneurose notwendig, oder kann eine Deutung auch unter anderen Bedingungen mutativ wirken, z. B. dann, wenn besonders klare Bedingungen der ArztPatient-Beziehung