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Die symbiotische Beziehung zwischen Mutter und Kind ist der Inbegriff einer in gegenseitiger Abhängigkeit untrennbar miteinander verbundenen Mutter-Kind-Einheit. Zunächst lediglich Ausdruck einer zärtlich liebenden Beziehung von Mutter und Kind, wird sie zur Ursache zahlreicher neurotischer Störungen, wenn sie über bestimmte Entwicklungsphasen des Kindes hinaus beibehalten wird. Sie demonstriert ein regressives Bestreben, möglichst bis in den Nirwana-Zustand intraembryonaler Geborgenheit. Ihre Überwindung, die sich beim heranwachsenden Säugling und Kleinkind Schritt für Schritt vollzieht, zeigt einen gesunden Reifungs- und Entwicklungsprozeß an.
Symbiosis, Miterleben, Teilhabe an den intimsten Vollzügen einer psychosomatischen Existenz, ist das kennzeichnende Charakteristikum neurotischer Mütter, denen das Kind, lebendiger Teil ihrer selbst, immer wieder zur narzißtischen Selbstbestätigung wird. Eine Fülle von symbiotischen Verhaltensweisen ist aus den biographischen Anamnesen neurotischer Patienten, insbesondere in Mutter-Kind-Situationen, abzulesen, für die Schottländer in seinem Buch „Die Mutter als Schicksal“ eindrucksvolle Beispiele geliefert hat. Sie reichen von dem nicht gelungenen Abstillen des Kleinkindes bis zu jenen gewaltsamen Enden eines gemeinsamen Daseins alternder Mütter mit ihren einzigen Kindern, einer letztlich allein noch möglichen Flucht in Suizid, Mord oder Psychose1.
Margaret Mahler hat zuerst die symbiotische Mutter-Kind-Beziehung beschrieben, in der ein jeder ein Gefangener des anderen wird und beide weder imstande sind, miteinander zu leben, noch ohne einander auszukommen. Das kann in extremer Abhängigkeit bis zu psychotischen Erscheinungen beim