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Wir entwickeln theoretisch-technische Modelle in der Gruppenpsychotherapie entsprechend unseren Wahrnehmungseinstellungen auf die Vorgänge in der Situation. Aus ihnen ergeben sich die jeweils verschiedenen Vorstellungen über den Behandlungsprozeß. An einem einfachen Beispiel möchte ich zwei Konzeptionen anschaulich machen:
Fräulein A. eröffnete eine Gruppensitzung mit der Bemerkung, sie sei eigentlich ganz froh, daß Herr W. heute nicht gekommen sei; er habe sie nämlich nach der letzten Sitzung angesprochen und nach Hause begleitet. Sie habe Angst vor einem erneuten Heimweg mit ihm, weil er ihr wegen seiner moralisierenden Art so unsympathisch sei.
Beobachtet man diese Äußerung von Frl. A. mit der Wahrnehmungsrichtung auf die individuelle Bewegung, auf ein „Für“, „Mit“ oder „Gegen“ des einzelnen. Gruppenteilnehmers zu einem anderen, als eine Auseinandersetzung zwischen den beteiligten Personen, dann errichtet man ein gruppendynamisches Interaktionsmodell, in dem sich der einzelne in einem Spannungsfeld mit seiner Individualität gegen andere abgrenzt, seine Erfahrungen mit sich und anderen macht, sie in Frage stellt und korrigiert, d. h. sich letztlich im Kontrast zu anderen erlebt. Fräulein A. sagt sich: So wie Herr W. möchte ich nicht sein, mit ihm möchte ich keinen näheren Kontakt haben, ich bin froh, daß er heute nicht da ist. Sie zieht sich von etwas Unsympathischem, ihr selbst scheinbar Fremdem zurück. Die übrigen Teinehmer werden sich nach diesem Interaktionsmodell für oder gegen diese Auffassung aussprechen, sich entsprechend gruppieren. Jeder Gruppenteilnehmer wird ungewollt zu einem „Pol“ und schafft auf diese Weise ein Spannungsgefälle zwischen sich und den anderen. Es bildet sich ein psychodynamisches Feld, wie es für Gruppen typisch ist. Der Therapeut wird in dieser Polarisierung an irgendeiner Stelle mit einbezogen. Daraus resultiert eine Behandlung des einzelnen Gruppenmitgliedes in Anwendung der Gruppendynamik. Die Formierung einer allen gemeinsamen inne