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Das vorliegende Buch enthält sechs Vorträge, welche zum Zwecke der gesammelten Publikation überarbeitet und unter ein Leitthema gestellt worden sind. Es ist wesentlich, sich zu vergegenwärtigen, daß es sich um ursprünglich Gesprochenes handelt, denn der Verfasser gibt auch in den ausgearbeiteten Essays der direkten Anrede und der Unmittelbarkeit des Vortrags den Vorzug vor wissenschaftlicher Formulierung und den Gepflogenheiten entsprechender Akribie der Zitate. Dies ist keine einleitende Kritik, sondern wir machen darauf aufmerksam, daß das Anliegen der Ansprache vor dem Anspruch auf wissenschaftliche, darstellende Akribie prävaliert. Nun hat der Autor von „Kindheit und Gesellschaft“ und „Der junge Mann Luther“ sowieso eine besondere Stellung in der modernen psychoanalytischen Literatur inne. Der Kliniker, Kinderanalytiker und anthropologische Feldforscher ist immer Künstler und Wissenschaftler zugleich. Diese persönliche Eigenart prägt seine Darstellung (man denke nur z. B. an das über den jungen Maxim Gorki in „Kindheit und Gesellschaft“ Ausgeführte) und seinen Stil. Erikson meidet eigentlich nichts so sehr wie die kleinliche Bindung an eine Gruppenterminologie, sei sie psychiatrisch, psychologisch, biologisch oder auch psychoanalytisch. Gerade in dieser Hinsicht erscheint er uns paradigmatisch für jenes moderne Anliegen der Psychoanalyse, das wir „Freiheit in Orthodoxie“ nennen möchten.
Diese Präambel war aus mehreren Gründen notwendig. Erikson hat das Buch Anna Freud gewidmet, und dies ist wohl mehr als nur eine menschliche Geste gewesen. Die sechs Vorträge haben eigentlich alle, so sehr sie thematisch auseinanderweichen, das Thema der psychoanalytischen Ich-Psychologie in irgendeiner Weise zum Kern. So weist die Widmung an die Autorin der Arbeit „Das Ich und die Abwehrmechanismen“, der Klinikerin und Theoretikerin der psychoanalytischen Ent. Wicklungspsychologie und Mitherausgeberin des theoretisch wegweisenden Jahrbuchs „The Psychoanalytical Study of the Child