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Herbert F. Waldhorn berichtet stellvertretend für die Gesamtheit der Teilnehmer, deren anhaltenden Enthusiasmus er sehr hervorhebt, über die Arbeit zweier Sektionen der Kris Study Group des New York Psychoanalytic Institute aus den Jahren 1957/58, bzw. 1963 bis 1965. Es handelt sich um die zweite Veröffentlichung aus einer Serie von Monographien, die eindrücklich die Tätigkeit eines Postgraduate-Forschungs- und Diskussionsseminars widerspiegelt und eine Tradition fortsetzt, die mit den Sitzungsprotokollen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung begründet wurde.
Das Thema der ersten, von Rudolph M. Loewenstein geleiteten Gruppe „Indikationen zur Psychoanalyse“ nimmt u. a. Bezug auf die Ardenhouse-Conference 1953 und wird als letztlich mit der zwar kontrovers, aber im ganzen eher optimistisch beurteilten Frage nach der Eignung der psychoanalytischen Technik zur Behandlung von Grenzfällen verbunden gesehen. Aus einer Reihe gewichtiger Voten sei hier das von Stone zitiert, der für eine flexible einleitende Psychotherapie als den sichersten Indikator für Analysefähigkeit bei ungewisser Indikation plädiert. Ausgangspunkt ist die Diskussion von kasuistischem Material: der erste klinische Fall betrifft einen Charakter vom Typus der „Ausnahmen“ i. S. Freuds — einen Hirngeschädigten mit signifikanten Ich- und Über-Ich-Deformationen —, der zweite einen durch den Modus der Überweisung irrigerweise zunächst als Borderline-Fall imponierenden depressiven Studenten mit dem Sonderproblem der Einbeziehung der Familie in den Behandlungsplan; der dritte schließlich illustriert das Beispiel eines unzureichend motivierten Patienten, der eine gravierende, als ichsynton empfundene Störung hinter Finanzierungsfragen verbarg, in magischer Weise von Angst entlastet zu werden wünschte und die mehr von einer Freundin angestrebte Behandlung vorzeitig abbrach. Aus einer Vielzahl theoretischer und technischer Einzelprobleme hob sich dann als präziseste und schärfste die Frage heraus, ob nicht Ins