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Mit dem vorliegenden stattlichen Band ist das Werk „Psychiatrie der Gegenwart“
zunächst abgeschlossen. Es steht insgesamt, wie die Herausgeber jetzt im Vorwort erklären, unter dem Ziel einer „synthetischen Betrachtung“, denn „nicht die Spezialisierung einzelner Methoden, nicht die Überbewertung psychotherapeutischer Lehrmeinungen (die nach Erfahrung des Ref. mehr eine Tugend der Nicht-Psychotherapeuten denn ein Laster der engagierten psychoanalytischen Therapeuten ist), sondern nur die Synthese psychischer Phänomene mit der organischen Grundlagenforschung kann die Psychiatrie weiterbringen“ (Seite VI).
Band I/1 A enthält wie der schon besprochene Band I/B Beiträge zur Grundlagenforschung der Psychiatrie, und zwar insbesondere solche, die naturwissenschaftlich-biologische Methoden und Ergebnisse betreffen. Der dänische Forscher E. Strömgren behandelt die „Psychiatrische Genetik“, wobei sich der Autor aus Raumgründen auf „die zentralen Gebiete“ des Themas (Seite 2) beschränkt. An dieser Stelle sei nur auf folgendes hingewiesen: die manisch-depressive Psychose wird nach Meinung vieler Autoren von einem dominant autosomalen Gen mit etwas wechselnder Penetranz verursacht. Die Natur der Zusammenhänge zwischen dieser Psychose und dem pyknisch-syntonen Konstitutionstyp bleibt unklar (Seite 34). Bezüglich der Schizophrenie wird die Auffassung vertreten, daß zweifellos genetische Faktoren eine sehr entscheidende Bedeutung haben, und zwar i. S. eines unvollständig dominanten Erbganges (Böök), daß aber auch, wie die bekannten Zwillingsforschungen erweisen, peristatische Einflüsse eine wichtige Rolle spielen (Seite 40). Im Kapitel „Psychopathie, Neurosen“ vertritt Strömgren, zusammen mit zahlreichen anderen, von ihm ausführlich zitierten Verfassern, die Auffassung, beide Krankheitsformen besitzen genetische Determinanten von bestimmtem Gewicht; u. a. wird das mit der Tatsache belegt, daß eineiige Zwillinge in bezug auf die Persönlichkeit (eine genaue Definition des Begriffes wi