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Verfasser (Ordinarius für Psychologie in Wien), dessen Bücher „Einführung in die Psychologie“ und „Kleine Charakterkunde“, wie ihre hohen Auflagenziffern zeigen, sehr weite Verbreitung gefunden haben, diskutiert in dem vorliegenden Werk mögliche Verbindungen zwischen den materiellen Prozessen im Gehirn und den seelisch. geistigen Phänomenen. Auf der somatischen Seite erörtert er zunächst die morphologischen Grundlagen, gibt dann einen sehr guten, klaren Einblick in die Vorgänge der elektrischen Erregungsleitung und des Hirnstoffwechsels. Ein Kernstück des Buches sind die Kapitel über die Theorie des Gedächtnisses und des Denkens. Die These, die der Autor immer wieder zu erhärten trachtet, lautet: „Die Gesetze der Logik sind in Wahrheit die Gesetze des zerebralen Erregungsgeschehens“. Infolgedessen kann er behaupten: „Erleben selbst“ sei „für das Zustandekommen der logischen Schlußfolgerung … bedeutungslos“ (Seite 115).
In einem Abschnitt „Theorie des sogenannten ‚Unbewußten‘“ wird u. a. ausgeführt, es ließe sich „wahrscheinlich machen, daß es den Vorgang, den Freud als ‚Verdrängung‘ bezeichnete, tatsächlich gibt, ohne daß aber zu seiner Erklärung die Hypothese des ‚unbewußt Psychischen‘ nötig wäre“ (Seite 169). Stattdessen heißt es dann: „Was nach Freud als ‚unbewußte Erinnerung‘ nach der Verdrängung zurückbleibt, ist entweder eine submentale Erregung, oder es ist ein Komplex von spezifischen Zellstrukturen, der diese Erregung jederzeit wieder produzieren kann“ (Seite 170, Hervorhebung von mir). Bei diesen zugrundeliegenden Erregungskonstellationen werden neben den „mentalen“ auch „vegetative Komponenten“ unterschieden, übrigens ohne Erwähnung der Freudschen Aufgliederung in Vorstellungsund Affektrepräsentanzen (Seite 172). Sein Konzept zwingt den Verfasser dazu, in ferner Zukunft als definitive Therapie der Neurosen eine „gezielte Mikrochirurgie“ (Seite 174) zu erhoffen, i. e. das Herausnehmen derjenigen Gangliensysteme, in denen sich die ‚neurotischen‘ Strukturverä