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Von den biologischen Gegebenheiten her gesehen ist der Orgasmus der normale Abschluß des sexuellen Erregungszyklus der Frau. Allerdings wird die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, erst im Verlauf des psycho-biologischen Reifungsprozesses erworben und kann durch Störungen der psychosexuellen Entwicklung unterbunden werden. Neuere Befunde sprechen gegen die ältere Annahme eines „rein vaginalen“ Orgasmus; vielmehr muß man annehmen, daß die beiden erotogenen Zonen Klitoris und Vagina zu einer Funktionseinheit verschmelzen. Man kann daher annehmen, daß sowohl aktive als auch passive Triebbedürfnisse im Orgasmus befriedigt werden. Die moderne Frau wird möglicherweise Identitätskrisen ausgesetzt sein, da das von früher her bestehende, vorwiegend passive Weiblichkeitsideal bei der von ihr angestrebten Gleichberechtigung mit den hohen Anforderungen, die die Leistungsgesellschaft stellt, schlecht in Einklang zu bringen ist.