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Dies ist das dritte umfangreiche Buch über die Anwendung psychoanalytisch orientierter Untersuchungstechniken, Methoden und Denkweisen auf. Afrikaner, die in ihrem traditionellen Milieu leben; das erste war „Black Hamlet“ von W. Sachs (London, ), das zweite „Die Weißen denken zuviel“ von P. Parin, F. Morgenthaler, G. Parin-Matthèy (Zürich, ).
Die Autoren untersuchen die Frage, ob der ödipale Konflikt bei der männlichen Bevölkerung des Senegals, insbesondere der Stadt Dakar und Umgebung (also bei Angehörigen der Völker Wolof, Lebu und Serer) vorkommt und wie er beschaffen ist. Die Erwartungen, die sich an eine solche Publikation haften, sind groß: Wir wissen wenig über die Ergebnisse der Psychoanalyse bei Menschen so grundlegend anderer Tradition als der unseren und dürfen hoffen, eine Erweiterung und Korrektur unserer psychoanalytischen Anschauungen zu erfahren und darüber hinaus eine Bereicherung des Wissens, das wir über den Zusammenhang von Psyche und Gesellschaft haben. Dies um so mehr, als die erstgenannte Autorin (von der Ref. weiß, daß sie allein die klinischen Untersuchungen ausgeführt hat) zur Arbeitsgruppe der „Clinique Neuropsychiatrique du Centre Hospitalier de Fann“ (Prof. H. Collomb) gehört, die durch eine besonders enge und fruchtbare Zusammenarbeit der psychiatrischen Klinik mit Psychologen, Ethnologen, Soziologen und Psychoanalytikern ausgezeichnet ist. (Ref. hat einige Arbeiten dieser Gruppe, die in der Zeitschrift „Psychopathologie Africaine“ erschienen sind, in der Psyche [20. Jg., Heft 10/11, ] referiert.)
Das Werk erfüllt die Erwartungen nur sehr einseitig. Es ist eine beinahe unerschöpfliche Quelle neuer Beobachtungen, es enthält wertvolle Erfahrungen und Hinweise. Doch ist es eine schwierige Lektüre, die vom Leser, der mit der Theorie und Praxis der Psychoanalyse vertraut ist, ständiges Umdenken verlangt. Wir möchten im folgenden einige Punkte hervorheben, die ein Verständnis erleichtern. Denn nichts wäre verfehlter, als sich durch die Eigenart