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Die adäquate fürsorgerische Beratung von Eltern mit einem psychisch gestörten, chronisch kranken oder körperlich behinderten Kind läßt sich nicht erfolgreich durchführen, wenn sie nicht von der Einsicht geleitet ist, daß die Interaktion in solchen Familien von Störungen in der Familienstruktur und von intensiven psychodynamischen Konflikten der Eltern bestimmt ist. Dies ist die These, die Alan O. Ross seinen Ausführungen über „Das Sonderkind“ (1964 unter dem englischen Titel „The Exceptional Child in the Family—Helping Parents of Exceptional Children“ in New York bei Grune & Stratton erschienen) zugrunde legt.
Der Autor beschreibt in einer wissenschaftlich-operationalen Sprache (wie sie in den Vereinigten Staaten auch im Bereich der angewandten Sozialwissenschaften durchaus üblich ist) und unmittelbar an den täglichen Erfahrungen in einer Elternberatungsstelle orientiert, zu welchen Ergebnissen die empirische Forschung über das Verhältnis von Familie und Sonderkind gekommen ist. Man mag darüber streiten, ob der Adressat dieses Buches, „der Student und der Praktiker aller Berufe“, den Autor zu theoretischer Enthaltsamkeit berechtigt, nicht zu leugnen ist jedoch, daß die Rekonstruktion problematischer Familien Situationen allein aus den Ergebnissen empirischer Untersuchungen lückenhaft ausfallen muß. So wird auf die nähere Erläuterung der Rolle des Vaters verzichtet, obwohl sich auf der Grundlage allgemeiner theoretischer Überlegungen einiges über dessen Stellenwert hätte sagen lassen. Auf die Bedingungen des Sozialisationsprozesses des Sonderkindes selbst wird ebenfalls nicht eingegangen, obwohl der Titel des Buches dies verspricht und hierin auch eine unabdingbare Voraussetzung für die adäquate Beratung der Eltern gesehen werden muß. Dafür behandelt der Autor aber sehr ausführlich die zur Konsultation unmittelbar motivierenden Konflikte und Entscheidungsprobleme—sowohl allgemein als auch im Hinblick auf die häufigsten Syndrome des Sonderkindes.
Grundsätze zur Frage de