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Das vorliegende Buch hat zum Zentrum fünf familientherapeutische Interviews, die auf Tonband aufgenommen wurden. Jede Sitzung wurde von einem anderen Therapeuten geleitet. In den meisten Fällen handelte es sich um das Erstinterview, in dem der Therapeut jeweils den Boden für die nachfolgende Therapie bereitete und die Familienangehörigen mit den Spielregeln dieser Therapie vertraut machte. In dreien dieser Familien war der Indexpatient als schizophren diagnostiziert, in einer weiteren Familie war es ein jugendlicher Delinquent, in der letzten eine agitiert depressive, etwa fünfzigjährige Frau. Die Familientherapeuten, die wir auf diese Weise in ihrer Werkstatt kennenlernen, sind Charles A. Furtweiler, ein in Berkeley arbeitender Psychologe, Virginia Satir, die ursprünglich als Fürsorgerin (social worker) ausgebildet war, und die Psychiater Don D. Jackson, Carl A. Whitaker und Frank Pittmann. Die ersten vier Therapeuten gelten in den USA als erfahrene Familientherapeuten mit eigenem Stil und eigener Technik. Pittmann und sein Team in Denver sind relative Anfänger in der Familienbehandlung, haben jedoch eine originelle Methode der kurzen „Familien-Krisen-Therapie“ (Family Crisis Therapy) entwickelt.
Die Tonbandtransskripte werden immer wieder durch Kommentare und Fragen unterbrochen, die teils von den Familientherapeuten selbst, teils von den beiden Herausgebern des Bandes, Jay Haley und Lynn Hoffman, geliefert werden. An diese Fragen und Kommentare schließt sich dann jeweils eine kürzere oder längere Unterhaltung an. An dieser Unterhaltung nimmt der Leser teil.
Inhaltlich wie vom Aufbau her haben wir es daher mit einem etwas ungewöhnlichen Werk zu tun. In Amerika könnte man von einem „non-book“, einem „UnBuch“ sprechen, dem eine klare Autorenschaft, Struktur und Thematik fehlen. Trotz — oder wegen — seiner Ungewöhnlichkeit ist die Lektüre des Werkes interessant. Wir nehmen unmittelbarer an den Problemen und Wechselfällen der Familientherapie teil, als es wohl in einem