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Die erreichbaren deutschsprachigen Veröffentlichungen über Soziometrie als Technik der Darstellung von Gruppenphänomenen waren bisher entweder veraltet oder aber nicht vollständig und ausführlich genug. G. Bastins detaillierte Beschreibung, die jetzt als Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les techniques sociométriques“ (Paris 1961) vorliegt, füllt diese Lücke.
Der Autor legt bei seinen Ausführungen den Schwerpunkt auf die Soziometrie der Schulklasse und behandelt ihre Anwendungsmöglichkeiten auf Betrieb und Heer lediglich mit kurzen Hinweisen. Er beginnt mit einer alle nur erdenklichen Schwierigkeiten antizipierenden Beschreibung des Tests, handelt dann dessen Durchführung, Auswertung und Interpretation ab und endet mit Überlegungen zur Aussagekraft des Tests sowie mit der Zusammenstellung wichtiger neuerer Untersuchungen, in denen soziometrische Techniken verwendet werden. Bastins Ausführungen sind in dem Sinne reflektiert, daß er über seinem „praktischen Ziel“ nicht die Probleme der Messung sozialer Beziehungen aufzuzeigen vergißt. So weist er z. B. darauf hin, daß gegenseitige Partnerwahl nicht ohne weiteres harmonische Freundschaft indiziert oder daß der Beliebteste nicht der zu sein braucht, der in einer bestimmten Situation von allen gewählt wird. Solche Bemerkungen mögen überflüssig erscheinen, richten sich aber nicht ohne Grund gegen ein naives Verständnis der Soziometrie.
Diese Sorgfalt enthebt Bastin aber nicht der Pflicht, deutlich zu machen, daß die Soziometrie als Technik (und nicht als „Methode“, wie es fälschlicherweise in der deutschen Übersetzung des Originaltitels heißt!) meist Theoriepartikel aus der Sozialpsychologie entlehnen muß, die—oft unsachgemäß und unkontrolliert—in den Interpretationszusammenhang eingebaut werden. Berücksichtigt man diese Einschränkung, so kann Bastin nicht zugestimmt werden, wenn er dem Leser verspricht, dieser erhielte mit der Soziometrie eine „solide Grundlage“, „um für ein harmonisches Zusammenleben sorgen z