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Übersicht: Über die individuellen Neurosen und über gruppendynamische Vorgänge hinweg nimmt der Therapeut in der analytischen Gruppentherapie die Patientengruppe insgesamt zum Partner. Äußerungen einzelner Patienten werden als Ausdruck der jeweiligen Gesamtbefindlichkeit der Gruppe verstanden. Unbewußte Phantasien und gemeinsame Erwartungshaltungen werden zum Inhalt der Übertragung. Da das set-up und die Deutungsarbeit der Neigung zum Ausagieren der Spannungen keinen Vorschub leisten, kommt es zur Verinnerlichung der Probleme und zum Bewußtwerden der eigenen Existenz im Hier und Jetzt der gruppentherapeutischen Situation. Es wird deutlich, daß die Gruppe in ihrer derart zentrierten Beziehung zum Therapeuten ein „Gruppen-Ich“, bestimmte Charakterstrukturen und einen zentralen Konflikt entwickelt. Darauf wird in der Darstellung deshalb besonderer Wert gelegt, weil im Gegensatz zu Vorstellungen des Ich-Verlustes oder der Ich-Regression im Gruppenverhalten oder im Verhalten der Masse hier eine integrative Arbeitsleistung der Gruppe Regressionen zu solchen „im Dienste des Ichs“ werden läßt. Die Ichleistung der Gruppe, die von jedem Teilnehmer mitvollzogen wird, findet nach Abschluß der Therapie nachweisbar im Ich der einzelnen Gruppenteilnehmer ihren Niederschlag. Die Schwierigkeit und das Bemühen um Verständnis und Vorstellung dieser psychischen Vorgänge werden besonders deutlich am dargestellten Beispiel, in welchem das Gruppen-Ich in der Endphase einer Behandlung von Zerfall bedroht ist.
Daß es sich hier um psychologische Vorgänge handelt, die nicht nur im isolierten Rahmen einer analytischen Gruppentherapie bedeutungsvoll sind, sondern daß sich in den verschiedensten Bereichen des menschlichen Erlebens analoge Konzepte ergeben, wird an Beispielen gezeigt, die vom Autor als ein „Ich-Training für kleinere Kollektive“ bezeichnet werden.
Das hier so genannte „Gruppen-Ich“ war für uns nicht von vornherein eine theoretische Annahme. Vielmehr tauchte in unseren Besprechungen