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Wer eine „in gewissen Aspekten kritische Würdigung“ zum 60. Geburtstag erfährt, wird gerade darin, daß man in bestimmten Punkten über ihn hinausgehen möchte, dessen versichert, daß man an seiner Arbeit nicht vorbeigehen kann. Drei Autoren, die es ausdrücklich verschmähen, ihre fünf Beiträge namentlich zu kennzeichnen, gehen ein großes Stück Weges zunächst mit dem Gewürdigten gegen seine und der Psychoanalyse Feinde; auch in seiner Manier: Sie ziehen streitbar ins Feld, falsche Freunde ihrer Kritik, solche von rechts, zurückweisend (z. B. Seite 92 ff.). Ihrer eignen Vorstellung nach stehen sie links von der Psychoanalyse. Wer den Eine-Krähe-hackt-der-anderen-kein-Auge-aus-Stil akademischer Würdigungen, Diskussionen nicht sonderlich fruchtbar findet — das betrifft auch Rezensionen — und seiner selbst so sicher ist, daß ihm gezielte Aggressionen, wenn sie ins Schwarze treffen, keine Angst machen, weil sie sich auf dieses Schwarze beschränken — aufs Problem, das man gemeinsam zu lösen sucht —, dem werden große Passagen dieser Streitschrift ein Wiederlesen wert sein. Es wird aber insbesondere darauf einzugehen sein, daß darüber hinaus ein trotzig-eschatologisches Moment ins Spiel kommt, welches diese Polemik trägt, oft mit sich fortträgt. Dieser Gesichtspunkt scheint besonders wichtig.
Auf die Mitscherlich und seinen Kritikern gemeinsame Frontstellung sei hier nicht eingegangen. Wichtig sind eine Reihe ernsthafter wissenschaftlicher Einwände der Kritiker; wichtiger noch, daß diese z. T. in politische Vorwürfe münden, von denen zwar gesagt wird, daß sie sich „ausschließlich an den Begründungszusammenhang seiner (Mitscherlichs) kritischen Praxis: an Psychoanalyse (Seite 28)“ richten. Aber das ist wohl eine Floskel, denn auf eine solche Trennung von Wissenschaft und Wissenschaftler zielen diese Gesinnungsethiker gerade nicht. Allerdings gelingt es ihnen nur unter Voraussetzungen, die wir besonders diskutieren wollen, ihre spezifischen politischen Forderungen an die Psychoana