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Der Arbeitstitel des Symposiums verspricht mehr, als gehalten wurde. Ausgehend von der Einsicht, daß die Bemühungen zur Verhinderung von geistigen Erkrankungen nicht allein auf die Psychiatrie beschränkt bleiben dürften, sollten die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Krankheitsformen besser erforscht werden. Dabei bleibt aber unklar, was „Community“ bedeutet oder was gar „Changing Community“ beinhaltet. Es wird über allerlei gesellschaftliche Einrichtungen (Kirche, Schule, Universität) und ihre Verbindungen zu Mental Health-Institutionen referiert; so erfahren wir z. B. die sicher interessante Tatsache, daß sich die Zahl der Geisteskranken in kalifornischen Anstalten von 1957 bis 1964 trotz Wachsen der Gesamtpopulation verringert hat, während die Aufnahmeraten gestiegen sind (Lowry, S. 74), aber der Berichterstatter enthält sich sorgfältig irgendwelcher „spekulativer“ Überlegungen, wieweit ein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden könnte, ob diese Änderung mit gesellschaftlichem Wandel (changing community) zusammenhängen könnte, sondern geht lieber gleich zu praktischen Fragen der Anstaltsorganisation über.
Die Art der Betonung praktisch-organisatorischer Maßnahmen in einzelnen Gebieten der Mental Health-Bewegung offenbart die enorme Hilflosigkeit der Teilnehmer des Symposiums in der Beurteilung gesellschaftlicher Fragen. Am deutlichsten zeigt sich dies bei dem Beitrag von Loban über die Anstellungsschwierigkeiten entlassener Patienten, der, anstatt diese Schwierigkeiten auf eine vielleicht fragwürdige gesellschaftliche Arbeitsorganisation und Leistungsmoral zurückzuführen, mit einem Appell an das Unternehmergewissen schließt (S. 86/87). Daß aber auch Soziologen die Fragen des gesellschaftlichen Wandels mit Hilflosigkeit beantworten, zeigt der kurze Beitrag von Nathan Glazer (Mitarbeiter von David Riesman), der zwar mit den Problemen städtischer Erneuerung, rassischer Integration