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Bericht von der internationalen Sonnenberg-Tagung vom 5.—14. Februar 1969 im Haus Sonnenberg bei St. Andreasberg im Harz.*
Mit der Tagung vom 5.—14. Februar 1969 konnte der „Internationale Arbeitskreis Sonnenberg“ auf ein 20jähriges Bestehen zurückblicken.
Die privaten Bemühungen einzelner Erzieher um internationale und interdisziplinäre Verständigung gewannen abseits vom offiziellen Kulturbetrieb so viel Anziehungskraft, daß daraus eine große und selbstbewußte Organisation entstanden ist. Diese kann es sich leisten, auch politisch heiße Themen zu erörtern, ohne an verschiedenartigem Denken zu zerbrechen. Bohrende Fragen verhindern dabei zu oberflächliche und vorschnelle Verbrüderung zugunsten von neuen Erkenntnismöglichkeiten angesichts der Vielschichtigkeit geschichtlicher, gesellschaftlicher und politischer Prozesse.
Diesen Eindruck jedenfalls konnte man aus der genannten Jubiläumstagung gewinnen, die dem Thema „Zukunft — Prognosen und Entscheidungen“ gewidmet war. Dem aktuellen und anspruchsvollen Thema kam der Sonnenberger Tagungsstil entgegen, der mit ein bis höchstens zwei Vorträgen täglich genügend Zeit zur Diskussion im Plenum oder in spontan sich bildenden Gruppen gewährt. Nur so war es möglich, die zum Teil völlig neuartigen und auch angsterregenden Informationen ihrem Inhalt und ihrer Bedeutung entsprechend aufzunehmen und ein Stück weit zu bearbeiten. Neben Spannungen und Mißverständnissen kam es zu konstruktiven Denkansätzen und im Verlauf der Tagung zu einem Prozeß, der in den Beteiligten nicht spurlos abklingen wird.
Robert Jungk lenkte in seinem Eröffnungsvortrag „Vorauswissen ist Macht“ die Aufmerksamkeit auf folgende Vorstellungen: Zukunftsforschung will nicht die eine Zukunft zu erfassen versuchen, die es einmal gegeben haben wird, sondern es geht zum jetzigen Zeitpunkt um eine Fülle von Zukunftsmöglichkeiten. Diese hängen von den Entscheidungen ab, die heute gefällt werden oder schon gestern — und dann fatalerweise oft genug unkorrigierbar — gefällt