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Nachdem zu Beginn des zweiten (praktisch-klinischen) Teiles im Kapitel Ätiologie vorwegnehmend von mir phylogenetische, ontogenetische, soziologische und
die eigentlich auslösenden Faktoren unterschieden und in ihrer Bedeutung gegeneinander abgegrenzt wurden, habe ich gelegentlich der Besprechung derjenigen stammesgeschichtlichen Faktoren, die eine erhöhte Disposition zu Fehlentwicklungen in sich schließen, keineswegs generell einen „phylogenetischen Späterwerb der weiblichen Genitalorgane“ behauptet, wohl aber, u. a. gestützt auf die Untersuchungen von Meisenheimer („Geschlecht und Geschlechter im Tierreich“, Jena ) auf den phylogenetischen Späterwerb des Organs hingewiesen, das wir erst beim Menschen als voll entwickelte Vagina antreffen. Die von der Rezensentin dem kritisch entgegengehaltenen neueren biologischen Forschungsergebnisse, denen zufolge „der menschliche Embryo in der Anlage primär stets weiblich“ sei, würden (und zwar unabhängig davon, ob eine solche Interpretation sich auf die Dauer als wissenschaftlich korrekt erweisen wird) weder im Widerspruch zu dem von mir behaupteten phylogenetischen Späterwerb und der damit zusammenhängenden mehrfachen und in sich widersprüchlichen Funktion der menschlichen Vagina stehen (S. 113 ff., S. 135), noch zu dem von mir versuchten Nachweis eines phylogenetischen Orgasmuswandels (S. 111 ff., 133 ff.), noch zu meiner Annahme, daß beim Vaginismus neben anderen Faktoren auch noch ein Rückgriff auf einen obsoleten Abwehrreflex im Spiele sei, wie wir ihn vielfach in der Tierreihe physiologischerweise beim Weibchen antreffen, wenn es außerhalb der Brunstzeit Annäherungsversuche des Männchens abwehrt (S. 63 ff.).
Abschließend noch eine zeitgeschichtliche Bemerkung: Das jetzt wieder erschienene Buch ist der reprographische Nachdruck der zweiten, 1943 bei Thieme erschienenen Auflage (Erstaufläge ); die Zweitauflage wurde jedoch bis auf die wenigen bereits versandten Besprechungs- und Autorenexemplare noch vor Auslieferung an d