You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
U. Moser, I. v. Zeppelin und W. Schneider entwickeln ein logisches Modell für ein Teilgebiet der psychoanalytischen Abwehrlehre. Die Struktur der Abwehrprozesse bei Bestehen eines neurotischen Konflikts und bei Unabhängigkeit von Umwelteinflüssen wird in einer Form definiert, die Simulationen der theoretischen Variablen auf einem Rechner ermöglichen. Als Regelgrößen benutzen die Autoren Lustaffekte und Vermeidung von Unlust in einer Reihe von kombinierten Variablen. Zentral ausgesteuert wird ein zeitlich normierter Triebablauf, dem ein individuell entwickeltes Muster an Angst — Unlust zugeordnet ist. Die Abwehrleistung bezieht sich auf eine Funktion, die im Modell eine zentrale Stelle einnimmt: in jedem Teilschritt des Triebablaufes werden die mit dem aktuellen Maß an Besetzung gewichteten Ängste (multiplikative Verknüpfung) als determinierende Variablen bestimmt, die je nach Ausmaß eine Hierarchie von epigenetisch entwickelten Abwehrformen in Bewegung setzen. Angst und Besetzung sind zweidimensional nach Selbst und Objekt sowie nach Entwicklungsphasen gegliedert. Die Autoren unterscheiden sechs Stufen von Abwehrmechanismen, die hier im einzelnen nicht referiert werden können. Die klinisch gebräuchlichen Termini (Verdrängung, Projektion usw.) lassen sich in dieses Schema interpretativ eingliedern, sind im Modell jedoch wesentlich präziser, aber auch abstrakter gefaßt.
Das Modell ist zunächst, wie die Autoren betonen, nicht mathematisch formuliert, wodurch die Axiomatik verborgen bleibt. Es handelt sich um eine in Fortran IV programmierte Syntax, die bei bestimmten simulierten Strukturmerkmalen von Patienten für einen Endzustand eine oder mehrere Ausgangsbedingungen zu testen gestattet. Hier sehen die Autoren auch den Bezug zur Klinik und gleichzeitig Falsifikationsmöglichkeiten von Teilkonzepten des Modells. Fraglich bleibt jedoch, ob ein deterministisches Modell generell über den metapsychologischen Aspekt der Neurosenlehre hinaus zur direkten Beschreibung von psych