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Dieses Buch ist der Versuch, unter dem phänomenologischen und anthropologischen Aspekt die wichtigsten und grundlegendsten psychologischen Begriffe in einen Sinnzusammenhang zu bringen. Vom psychoanalytischen Standpunkt gesehen, liegt die Betonung auf der Ich-Psychologie und den menschlichen Erlebnismöglichkeiten, die in klarer und einfacher Form dargestellt werden, ohne daß die Vielfalt der Problematik unterdrückt wird; sie kann durch die Kürze der Darstellung aber nur angedeutet werden. Dabei nehmen die psychoanalytischen Vorstellungen einen im Vergleich zu anderen Modellen relativ breiten Raum ein. Besonders für Psychosomatiker interessant ist die Bedeutung, die den Sinnen für das Selbsterleben, aber auch für die Objektbeziehungen beigemessen wird. So scheinen im Schmecken symbiotische Züge vorzuherrschen, die über das Riechen und Hören bis zum Sehen hin immer mehr abnehmen, während der Signalcharakter eines Objekts zunimmt. Die von der Psychoanalyse weniger beachteten Aspekte von Zeit und Raum bei der Konstituierung einer Objektbeziehung durch die Sinne werden durchgängig betont, wobei nicht nur eine dauerhafte und feste Beziehung zu einem Objekt gemeint ist, sondern auch dessen momentanes Erkennen und Erleben. In dem Kapitel „Das Ich“ werden das Selbst und die mit ihm zusammenhängenden narzißtischen Probleme abgehandelt und dabei unter dem Stichwort „Ichbewußtsein“ implizit narzißtische Übertragungsmodi im Sinne von Kohut angedeutet.
Wie schon früher, versuchen die Autoren auch bei der Behandlung von Temperament und Charakter somatische Vorgänge als wesentlich mitverursachend darzustellen, ohne auf psychische Konfliktmöglichkeiten näher einzugehen. Der Begriff Konflikt taucht auch im Stichwortverzeichnis nicht auf. Dies deutet darauf hin, daß die Autoren — wenigstens implizit — die Meinung vertreten, daß nach einem mehr oder weniger spannungsreichen, reifungsmäßig bedingten Entwicklungsprozeß eine eher statisch als dynamisch aufzufassende psychische und körperli