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Theodore Lidz, der gegenwärtige Inhaber des psychiatrischen Lehrstuhls an der Yale Universität in New Häven, ist den deutschen Lesern vor allem durch seine Arbeiten über die Familien von Schizophrenen bekannt geworden. Vor einigen Jahren erschienen seine (überwiegend mit S. Fleck und A. Cornelison gemeinsam verfaßten) Schizophrenie-Arbeiten in einer Doppelnummer der Psyche1 Der großangelegte Band „Schizophrenia and the Family“ wurde ebenfalls in der Psyche referiert2 Aber die Schizophrenen und ihre Familien bilden nur einen—wenn auch zentralen—Ausschnitt des Lebenswerks von Theodore Lidz. In den mehreren hundert Arbeiten, die er bisher geschrieben hat, hat er ein breites Band psychiatrischer Probleme behandelt. Dazu gehören Studien über die psychiatrischen Probleme von Soldaten im Kriegseinsatz, über die Entwicklung und die anthropologische Konditionierung der Sprache, über psychosomatische Probleme (vor allem die Schilddrüse betreffend), über Strindberg und Hamlet, über den im LSD-Rausch wiedererstandenen Dionysos-Kult und vieles andere.
Nun legt er ein Buch vor, das aus diesen vielen Studien ein Fazit zieht. Gleich einem Lehrbuch ist es für Medizinstudenten, junge Psychiater und gebildete Laien geschrieben, die eine Einführung in die moderne Psychiatrie suchen. Aber es ist mehr als ein bloßes Einführungsbuch. Es ist zugleich ein Versuch, seelische Gesundheit und seelische Störung (bzw. Krankheit) im Kontext des Lebenszyklus zu bestimmen und zu erhellen. Von diesem Gesichtspunkt her interessiert es den erfahrenen Psychiater und Psychoanalytiker nicht weniger als den Studenten. Denn so verstanden, ist das Buch den ähnlich orientierten Werken von Sullivan und Erikson an die Seite zu stellen, mit denen es zahlreiche Berührungspunkte hat.
Es ist schließlich ein philosophisch orientiertes Werk, das sich auf jene Fragen bezieht, die für Kant am Anfang und Ende des Philosophierens standen: Wer bin ich? Was soll ich tun? Was kann ich hoffen?
Theodore Lidz behandelt diese Frag