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Dieser Band halt weit mehr, als der Titel verspricht. Er handelt nicht nur von
Psychosen im Kindesalter, sondern auch von der normalen menschlichen Entwicklung, zu der die pathologischen Abweichungen die Illustrationen liefern. Die aus dem Studium der infantilen Psychose gewonnenen Konzepte sind geeignet, auch schwer neurotische und Borderline-Zustände beim Erwachsenen und die schizophrene Regression beim Adoleszenten und Erwachsenen verständlich zu machen.
Das Buch ist der Ertrag einer über dreißigjährigen Praxis. Es enthält neben neuem auch bereits früher veröffentlichtes Material und insofern bereits Bekanntes. Aber der Leser ist dadurch in die Lage versetzt zu verfolgen, wie durch Akkumulation von Erfahrung und immer subtiler werdender, differenzierterer Beobachtung die Begriffe sich schärfen. Die gleichzeitige Erörterung der sich entwickelnden theoretischen Vorstellung erlaubt eine kritische Übersicht über die Literatur, vor allem derjenigen der Ich-Psychologie.
Was die Ätiologie der Psychosen im Kindesalter betrifft, hält M. Mahler den alten Streit über konstitutionelle oder erlebnismäßige Verursachung für immer noch ungeschlichtet. Als grundlegenden ätiologischen Faktor betrachtet sie eine prädisponierende Defizienz, die es dem Kinde nicht gestattet, die Mutter zur Herstellung der Homöostase zu benutzen. Bei weniger geschädigten Kindern kann auch eine chronische oder wiederholte Traumatisierung verhindern, daß die Mutter als Quelle der Unlustbehebung erlebt wird.
Mahler hat in ihren Untersuchungen die Theorie von der „schizophrenogenen Mutter“ nicht bestätigt gefunden. Die von ihr beobachteten Eltern und häuslichen Atmosphären reichten von „durchschnittlich zu erwarten“ bis „frostig“ (Kanner) und destruktiv psychotisch. Es ist nicht so sehr die Pathologie der Mutter als vielmehr die Art der Interaktion, die sich störend auf die Betreuung des Kindes auswirkt. Die konstitutionelle Defizienz des K