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Übersicht: Waelder charakterisiert die Neuerungen bzw. Akzentverlagerungen (Verhältnis Ich-Es, Angsttheorie, Abwehrmechanismen), die in Freuds Arbeit aus dem Jahre 1926 enthalten waren, und verfolgt deren Schicksale in der Weiterentwicklung der psychoanalytischen Theorie der letzten vierzig Jahre, Er betont, daß die psychoanalytische Ichpsychologie im Anschluß an die Entdeckung unbewußter Ichanteile entwickelt wurde. Freud habe die Grenze zwischen Es und Ich im Vergleich mit der heute üblichen Interpretation des Strukturmodells fließender gehalten. Unter Anknüpfung an Federn und Rangell unterscheidet Waelder das Gefahrsignal ohne Angstaffekt, das Auftreten des Angstaffekts bei motorischer Hemmung, die libidinöse Frustration als Gefahrsituation sui generis und die Sexualisierung der Angst. Bei den Abwehrmechanismen arbeitet er drei verschiedene Aspekte heraus: Modus und Grad der Absperrung des abgewehrten Triebimpulses vom Bewußtsein, seine Kanalisierung und die Art der Gegenbesetzung.
Im Leben von Individuen wie von Gruppen oder Nationen werden Ereignisse, noch während sie sich vollziehen, einseitig beurteilt und sofort einem Prozeß des Zurechtstutzens und der Verzerrung unterworfen in der Absicht, sie den eigenen Erwartungen und Vorlieben besser anzugleichen. Daher ist das Bewußtsein der Menschen von der Vergangenheit größtenteils eine Sammlung von Mythen mit einem Kern Wahrheit in einem Wust von Phantasie.
Die Geschichte der Psychoanalyse, wie sie heute fast überall verstanden wird, macht davon keine Ausnahme: Das Bild, das man sich jetzt vom Verlauf der Dinge macht, muß jenen verzerrt erscheinen, die Teile ihrer Geschichte durchlebt haben. Natürlich müssen sich diejenigen von uns, die Überlebende einer früheren Periode sind, der Tatsache bewußt sein, daß unser Gedächtnis weder gegen die universale Tendenz zur Mythenbildung noch gegen die Tendenz, die Vergangenheit im Lichte d