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Übersicht: Das Vorhandensein einer Mutierersatzfigur neben der leiblichen Mutter in früher Kindheit kann die Vorläufer des Überichs drastisch beeinflussen und die spätere Überich-Bildung deformieren. Material aus einer psychoanalytischen Behandlung und Beispiele aus der Literatur stützen diese Hypothese.
Die Entstehungsgeschichte der psychoanalytischen Vorstellungen von der Entwicklung des Überichs ist von zahlreichen Autoren behandelt worden, so von Beres (1958), Hammerman (1965), Hartmann und Loewenstein (1962) und Sandler (1960). Ausgangspunkt ist die frühe „Anlage“ des Überich-Begriffs in Freuds „Entwurf für eine wissenschaftliche Psychologie“ (1895); wichtig sind ferner Freuds Bemerkungen über die Beziehung zwischen Überich und Aggressionstrieb und seine Kommentare in den „Neuen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ , in welchen er dem Uberich die Funktionen des Gewissens und der Selbstbeobachtung zuschreibt. Die genannten und andere Autoren heben die Wichtigkeit präödipaler Faktoren für die Überich-Entwicklung hervor.
Eine besondere Familienkonstellation, die sich bei einigen meiner Analyse-Patienten sowie bei einer Anzahl psychotherapeutisch behandelter Patienten vorfand, veranlaßte mich, die präödipalen Faktoren bei der Überich-Entwicklung näher ins Auge zu fassen. Mangelnde Reife und schlechte Integration von Überich-Funktionen waren das gemeinsame Merkmal dieser Patienten, die eine ähnliche präödipale Vorgeschichte insoweit aufwiesen, als sie ihre leibliche Mutter als relativ abweisend erlebt hatten und statt dessen sich stark zu einer Mutterersatzfigur, etwa einem Hausmädchen, einer Verwandten oder einer Freundin der Familie hingezogen fühlten, die als relativ zugewandt empfunden wurde.
Die 31jährige Patientin, Mutter von zwei kleinen Kindern und Ehefrau eines sehr tüchtigen und erfolgreichen Wissenschaftlers nahm eine Analyse auf, weil sie eine phobische Angst vor nächtlichem Alleinsein und vor Autoreisen, insbesondere auf Aut