You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die praktischen Folgerungen, die sich daraus ergeben, daß „die Entwicklung der Psychologie nicht zu trennen (ist) von den Wandlungen der Gesellschaft, in der sie sich entfaltet, von der Geschichte ihrer Nachbarwissenschaften, durch welche sie angeregt wurde, und von den Effekten ihrer praktischen Anwendung, welche auf sie zurückwirken“ (S. 13), werden auch in diesem Band nicht hinreichend
deutlich, in dem versucht wird, „die gesellschaftliche Bedingtheit der Psychologie als eine Erwerbsweise und Sammlung von Erkenntnissen zu porträtieren“ (S.15).
Die beiden Forderungen Bondys, dem dieses Buch gewidmet ist, die Psychologie solle dem einzelnen und der Gesellschaft dienen, und sie solle sich bewußt machen, welchen Einfluß gesellschaftliche Bedingungen auf ihre Einstellungen, ihr Forschen und Handeln haben, bilden die nur schwache Klammer für die 4 Kapiteln zugeteilten 19 Beiträge westdeutscher und US-amerikanischer Autoren, wobei anzumerken ist, daß die Beiträge nicht für dieses Buch geschrieben wurden.
Der erste Teil soll einige Aspekte der Theorienbildung der Psychologie darstellen. Robert Heiss' und Gordon Allports Beitrag enthalten eine kritische Würdigung einiger Theorien, ihrer Entwicklung und ihrer typischen Eigenarten. Harold Anderson verwendet thermodynamische Überlegungen zur Definition des Entwicklungsprozesses, der Individualität und der schöpferischen Gestaltung. Gardner Murphy beschreibt die Grundannahmen psychologischer Diagnostik und zeigt den Einfluß von Normen (Diagnosen, Lehrplänen) auf die Entwicklung. Das zweite Kapitel enthält Versuche, neue Fragestellungen zu formulieren und alte aufzugreifen—Aspekte der Gerontologie, des Bevölkerungszuwachses (Psychologie des Kinderwunsches), der Begabtenförderung, der differentiellen Testdiagnostik. Der dritte Teil ist den „praxisbedingten Herausforderungen der Psychologie“ gewidmet: Spannungen zwischen gesellschaftlichen Gruppen durch Anwendung von Erkenntnissen der allgemeinen Semantik zu reduzieren, der Stra