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Das Buch berichtet über die Ergebnisse eines sich über zwei Jahre erstreckenden Forschungsprojektes, das an Kliniken der „Family Planning Association“ in London durchgeführt wurde. Das Forschungsteam stand unter der Leitung von Michael Balint, der auch den deutschsprachigen Lesern bekannt ist. Drei weitere Psychoanalytiker hatten in den Seminaren beratende Funktionen. Die Behandlung psychosexueller Eheprobleme wurde von vierzehn Ärzten durchgeführt, von denen nur einer ein Psychiater ist, die anderen praktische Ärzte sind. Der Autor des Buches ist einer von ihnen.
In seinem Vorwort stellt M. Balint fest, daß eheliche Zerwürfnisse wahrscheinlich die Hauptquelle menschlichen Leidens seien und es daher merkwürdig sei, wie wenig sich die Ärzte um dieses Problem kümmerten. Weder in medizinischen Zeitschriften sei dazu etwas zu finden, noch werde die Pathologie oder Therapie ehelicher Disharmonien in der ärztlichen Ausbildung berücksichtigt. Eher noch lernen Juristen und Theologen, mit ehelichen Konflikten umzugehen, um möglicherweise zu ihrer Lösung beizutragen. In jüngster Zeit haben auch Sozialarbeiter und Psychologen im Rahmen der „Marriage Guidance“ (Eheberatung) bestimmte Techniken entwickelt, um Ehepaaren bei der Lösung Ihrer Probleme zu helfen. Häufig aber wird, wie Balint ausführt, als erster Außenstehender der Hausarzt mit den Eheproblemen konfrontiert. Die verschiedensten Symptome, die einen Mann oder eine Frau veranlassen, den Arzt aufzusuchen, sind oft nur Ausdruck des tiefen Unglücklichseins. Der Arzt behandelt dann meist nur das Symptom, nicht aber die zugrundeliegende Störung. Das heutige, hauptsächlich biologisch orientierte medizinische Denken berücksichtigt häufig nicht die wahren Krankheitsursachen und gilt nur dem Patienten, also einer Person, während doch an den ehelichen Konflikten stets auch eine zweite Person, der Ehepartner, beteiligt ist. Psychologen, Soziologen und Erzieher haben sich zwar dieser Probleme angenommen, sich aber, da sie nicht medi