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Vorgestellt wird Herbert Marcuses Interpretation des Verhältnisses von Psychoanalyse und Gesellschaft. Marcuse konstatiert das „Veralten“ der psychoanalytischen — vom Konzept der Vermittlung antagonistischer psychischer Instanzen bestimmten — genetischen Theorie des Individuums, da die Fortentwicklung der Industriegesellschaft zu einer Entmachtung der Familie als Sozialisationsagentur führt und damit die sozialpschologischen Bedingungen der Individuation tendenziell eliminiert. Für das heutige Verhältnis von Individuum und Gesellschaft gibt eher Freuds Massenpsychologie das Paradigma ab. Die Ungleichzeitigkeit der Freudschen Psychologie aber bezeugt den repressiven Charakter des „Fortschritts“ und läßt sie zur kritischen Theorie werden. Sie soll helfen, nicht nur die vergangene Gestalt der Freiheit und Individualität, sondern eine noch unbekannte Freiheit jenseits des geltenden Realitätsprinzips zu gewinnen.