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Das äußerlich wenig versprechende Werk ist eine aktuelle Bestandsaufnahme der gegenwärtigen psychoanalytischen Situation sowohl in Frankreich wie in der angewandten Psychoanalyse überhaupt. Es handelt sich um ein Vielmänner-Buch mit handbuchartigen Einzelartikeln, die sich vor allem an den praktisch und klinisch tätigen Psychotherapeuten richten. Die Autoren rekrutieren sich aus den führenden Kreisen der französischen psychoanalytischen Gesellschaft, und oft schimmert die didaktische Erfahrung der Verfasser in der Präsentation der Themen durch. Eine genügende Vertrautheit sowohl mit der französischen Sprache wie auch mit dem modernen psychoanalytischen Jargon ist allerdings Voraussetzung zum Verständnis, doch wird die Mühe reich belohnt. Mit gewissen Ausnahmen scheint der Anschluß an das psychoanalytische Werk der übrigen Welt voll erreicht zu sein, was sich in den reichhaltigen und umfassenden bibliographischen Hinweisen äußert — eine Tatsache, die beim heutigen Stand des französischen amour propre, der ja auch wissenschaftliche Arbeiten nicht immer verschont hat, keineswegs selbstverständlich ist.
Die eingehende Besprechung und Diskussion einzelner Artikel würde den Rahmen einer Rezension des gesamten Werkes sicher sprengen. Im folgenden seien deshalb die einzelnen Arbeiten stichwortartig charakterisiert und lediglich besondere Aspekte herausgestrichen, welche vielleicht doch dazu führen könnten, die Fluchtschwelle unserer Leser vor fremdsprachiger Literatur etwas heraufzusetzen:
In klarer Sprache und Aufgliederung, mit Rücksicht auf historische Entwicklungen und den neuesten Stand ichpsychologischer Theorien wird das Spektrum der in Frage kommenden Kasuistik nach den Kriterien zur Indikationsstellung der klassischen Psychoanalyse untersucht und insbesondere die praktisch-klinischen Gesichtspunkte und die in der Indikationsstellung auftretenden Schwierigkeiten erläutert.