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Das vorliegende Buch hält mehr, als es verspricht. Es ist nicht nur für den Dozenten in der Erwachsenenbildung, sondern für jeden, der mit der Ausbildung und Führung von Menschen in Gruppen zu tun hat, z. B. in der Volksschule oder Universität, in der Ausbildung von Sozialarbeitern oder Krankenschwestern, in der Fabrik oder im Krankenhaus, in der großen und kleinen Politik lesenswert. Es hat zum Problem die affektive Situation in Lern- und Arbeitsgruppen und die Affektbildung, auch oder gerade dort, wo Wissenerwerb im Vordergrund steht. Mit der Affektbildung aber steht und fällt, wie Mitscherlich in seinem Buche „Auf dem Wege zur vaterlosen Gesellschaft“ nachgewiesen hat, unsere Gesellschaft im Zeitalter des horrenden Wissenszuwachses und des damit notwendig werdenden Wissenserwerbs. Gelingt es nicht, die Affektbildung zumindest gleichrangig neben der intellektuellen Bildung einherlaufen zu lassen, wird der Mensch in Bälde als „herzlose Großhirnbestie„ sich selbst gefährden. In einer Gesellschaft, in welcher das Lernen in keiner Altersstufe aufhört, ist der Nachweis der Rolle des Affektiven in Lern- und Arbeitsgruppen von weittragender Bedeutung. In diesem Buche geht der Verfasser zunächst auf das von uns aufgewiesene Problem ein und gibt dem Leser Einblick in eine sehr einfache und daher eingängige gruppendynamische Methodologie. Brocher ist von Hause aus Psychiater und Psychoanalytiker und hat eine jahrelange Erfahrung im Umgang mit Laiengruppen, Elternschulen, Erziehungsberatung und Volkshochschule. Das Buch ist daher nicht bloße Wiedergabe von Gelesenem oder auf Tagungen Erfahrenem, sondern gründet in einer jahrelangen Empirie.
In den ersten drei Kapiteln gibt der Verfasser einen Überblick über die dynamische Gruppenpsychologie. Die Kapitel sind überschrieben: Zum Problem der Entwicklung von Konformismus oder Autorität in Arbeitsgruppen — Was ist