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Hertha Sturm will mit der vorliegenden Arbelt eine Orientierungshilfe im öffentlichen Meinungsstreit über die Wirkungen der Massenmedien in unserer Gesellschaft anbieten und zugleich einen Beitrag für „eine praktikable Theorie der Massenkommunikation“ liefern (S. 7). Konkret ist zweierlei beabsichtigt: eine Darstellung des durch die Massenmedien veranlaßten Kommunikationsverhaltens
anhand empirischen Materials und eine Untersuchung der Lernmöglichkeiten über die allgemeinen Angebote von Rundfunk und Fernsehen.
Die Autorin war als gelernte Psychologin jahrelang in der Bildungsarbeit von Rundfunk und Fernsehen tätig. Nicht zuletzt aus dieser spezifischen Beziehung zum Gegenstand der Arbeit erklärt sich deren primär pragmatische Ausrichtung. Es geht der Autorin darum, die zu den beiden Fragestellungen vorliegenden Erkenntnisse aus Psychologie und Kommunikationswissenschaft für die konkrete Programmarbeit in Rundfunk und Fernsehen nutzbar zu machen. Demgegenüber gerät die Reflexion bestimmter, vor allem soziologischer Annahmen, die in die Analyse eingehen, zu kurz. Das Vorgehen orientiert sich an zwei zentralen Konzepten: 1. Für die moderne Industriegesellschaft wird die ständige Lernbereitschaft der Menschen, insbesondere ihre Fähigkeit zu „generalisierendem Lernen“, zukünftig wichtiger als ein festes Wissen und feste Kenntnisse über Gegenstände. 2. Die quantitative und qualitative Bedeutung der Massenmedien in dieser Gesellschaft nimmt ständig zu; ihnen fällt deshalb in steigendem Maße die Aufgabe zu, „Bildungschancen anzubieten, die den Erfordernissen der Zukunft entsprechen“ (S. 208).
Zu Beginn bemüht sich die Verfasserin darum, die Phänomene „Massenkommunikation“ und „Massenmedien“ differenziert zu bestimmen. Sodann werden bestimmte Charakteristika des Publikumsverhaltens in Relation zum Programmangebot beschrieben: Je vielfältiger dieses ausfällt, desto mehr geht Sturm zufolge das Publikum ab von der Gewohnheit des Dauerhörens bzw. Dauersehens und zeigt ein selekt