You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Krieg, so stellt Senator Fulbright fest, läßt uns heute, falls ihn jemand biologisch oder atomar beginnt, keine Chance mehr, durch Versuch und Irrtum zu lernen. Der dieser Feststellung impliziten Forderung, die Folgen eines mit Hilfe der zeitgenössischen Wissenschaft und Technik geführten Krieges probehandelnd zu antipizieren, ist aber offenbar sehr schwer nachzukommen — Frank spricht selber von einem „pessimistischen“ Buch (S. 12). Damit wird dem Nachwort des Verlegers widersprochen, der die „vielen hoffnungsvollen Einsichten“ des Buches empfiehlt. In der Tat werden mehr beängstigende Meinungen, Umfrage- und Untersuchungsergebnisse und Vermutungen kompiliert (und manchmal nicht genau genug voneinander getrennt): daß Völker von Senilen, Kranken, Wahnsinnigen regiert werden (Hitler z. B. womöglich als Kind an Encephalitis erkrankt gewesen sein könnte); daß Ghandis gewaltlose Methode der Konfliktbewältigung unter bestimmten Umständen zum Ziel führt, unter anderen keineswegs; daß wir entsetzliche Gefahren schlicht verleugnen.
Die biologischen und psychologischen Gründe von Kriegen (und Ansätze zu ihrer Bewältigung), die der Autor sichtet, werden von ihm nicht unter einen Hut gebracht; man muß das als Verdienst betrachten. Zwar wünscht sich der wissenschaftlich Interessierte mehr Sorgfalt und Integration. Aber: Gegen Integration sträubt sich offenbar der Sachverhalt, und es scheint, als ob szientifische, hermeneutische oder auch nur einfache Sorgfalt gegenüber dem Berichteten (z.B. im Falle der Wirkung aggressiver Fernsehsendungen auf Kinder, wo berichtete Ergebnisse, „möglicherweise“ vorhandene, aber nicht ordentlich feststellbare Wirkungen und moralische Appelle sich großzügig vermischen (S. 104 ff.)), nicht weniger objektiv gerechtfertigte Ratlosigkeit hinterlassen müssen.
Angesichts des Problems flüchtet der Psychologe, dem eine psychologisierende Argumentation zugestanden werden soll, in viele „Vielleichts“ und etliche „Möglicherweise“ : Gibt es aber, wie er annimmt,