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Ein eindrucksvolles Buch, das sich — für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich — mit dem ärztlichen Vorgehen in der Praxis beschäftigt. Es berücksichtigt die Ergebnisse des Staunton Evaluation Projects und faßt sie unter dem gegebenen Titel zusammen. Das Staunton Evaluation Project wurde 1962 begonnen, um die Wirksamkeit psychotherapeutischer Seminare für praktische Ärzte zu untersuchen. M. Balint war am Aufbau dieser Seminare beteiligt, die auch in Deutschland unter seinem Namen durchgeführt und durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannt wurden. Der Rahmen dieses Projekts ist sehr weit gespannt; denn es befaßt sich nicht nur mit der Anordnung der Seminare, der Dynamik der Ärztegruppe und der Arzt-Patient Beziehung, sondern durchleuchtet die „Natur“ der ärztlichen Praxis selbst an Ort und Stelle mit ausgefeilten statistischen Methoden. Eine Reihe von Veröffentlichungen sind schon früher in amerikanischen und britischen Zeitschriften erschienen.
Das ursprüngliche Ziel dieser Seminararbeit wurde folgendermaßen definiert: Dem Arzt dazu zu verhelfen, besser erkennen zu können, was sich bewußt und unbewußt im Patienten abspielt, wenn er eine Beziehung zu seinem Arzt aufnimmt (S. 24). Bei den Studien über die Seminarteilnehmer und die Gruppen entstand der Plan, den Arzt in seiner eigenen Arbeitswelt, in seiner Praxis zu beobachten. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß man unter bestimmten Bedingungen die ärztliche Tätigkeit auswerten kann, ohne den Praxisablauf und die Fürsorgepflicht für den Patienten zu gefährden (S. 28). Auf diese Weise wurden 4 Ärzte und eine Kontrollgruppe von 4 weiteren Ärzten, die nicht an den Seminaren teilnahmen, nach strengen methodischen Gesichtspunkten in ihrer eigenen Praxis durch 2 psychiatrische Teams über 2 Jahre hinweg untersucht. Die Darstellung des methodischen Aufbaus und die damit verbundenen interessanten Beobachtungen müssen im Original nachgelesen werden.
Die nach demographischen, epidemiologischen, therapeutischen, soziologischen u