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Das vorliegende Buch birgt zwei Hauptprobleme: 1. Wie können aus der Psychoanalyse und ihren Erkenntnissen Methoden entwickelt werden, die eine breite Nutzung für die allgemeine Behandlung psychischer Störungen in der breiten Bevölkerung möglich machen. 2. Die Institutionen der öffentlichen Gesundheitspflege und des Sozialwesens, vor allem in den Ländern Zentraleuropas, müssen auf die Bedeutung der psychischen Störungen und ihrer Behandlung hingelenkt werden, um das Ziel der „Sozialen Sicherheit“ zu verwirklichen. Das erste Problem ist bereits in der Mitte der zwanziger Jahre von Abraham durch die Gründung einer „Psychoanalytischen Poliklinik“ in Berlin angegangen worden. Seit dieser Zeit ist die Frage der sozialen Nutzbarmachung der psychoanalytischen Methode nicht mehr verstummt. Nun hat allerdings A. Mitscherlich vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß unser System der Sozialversicherung z. T. den analytisch-therapeutischen Tendenzen entgegenläuft. Der Autor dieses Buches sieht dies und — das nehmen wir vorweg — betrachtet auch die Erziehung des Patienten zur Verantwortung gegenüber der Gesellschaft als eines der wesentlichen Probleme von „Psychotherapie und sozialer Sicherheit“. Andererseits ist jedoch seit Freuds Zeiten eine zunehmende Verlängerung der analytischen Therapie zu beobachten; Malan hat darauf hingewiesen und angenommen, daß Freud und seine ersten Schüler an ihre Fälle mit großem Enthusiasmus herangingen und deshalb eine sehr viel kürzere Behandlungszeit benötigten. Der Verfasser dieses Buches stimmt dieser Auffassung im wesentlichen zu und sieht den Enthusiasmus der Ärzte als eine weitere Voraussetzung zur Erfüllung seiner Programmatik an (s. 10 Forderungen in der Zusammenfassung des Buches). Man sieht also, dieses Buch ist provokativ und programmatisch. Allerdings hat wohl der Autor auch ein Recht zu einer solchen Intention. Er war der Berater der Weltgesundheitsorganisation und des Flüchtlingskommissars der UNO in der Ungar. Krise, hat als Psych