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Die Abwendung von der pathographischen Methode hat den Autor einen Weg nahe an die Quelle dichterischer Gestaltung geführt.
Peter Dettmering deutet als Psychoanalytiker inhaltliche Motive dreier Dichter: Suizid und Inzest im Werk Thomas Manns, Rilkes ‚Engel‘ und das Erlösungsmotiv im Musikdrama Richard Wagners. Er nimmt an, daß sich der schöpferische Prozeß von Werk zu Werk fortsetzt, daß jede Deutung der Chronologie Rechnung tragen muß. Biographie und innere Konflikte des Dichters mögen wohl die Voraussetzung für die Dichtung sein, sie sind aber nicht Gegenstand der Untersuchung. Damit sind Dettmerings Deutungen streng endopoetisch (K. R. Eissler: The relation of explaining and understanding in psychoanalysis. Psa. Study of the Child, 23, , p. 141-177). Analysiert, also verstanden und erklärt, wird das Entstehen, Leben und Vergehen der literarischen Erfindung. Das Ergebnis ist dieser analytische Vorgang selbst, und nicht ein Rückschluß auf das Innenleben des Dichters oder eine Erklärung der Dichtkunst.
Am besten läßt sich die Eigenart dieser Analysen von einem Brief Rilkes ableiten, den Dettmering zitiert: Die Kunst sei nichts als die „fortwährende Neigung, die Konflikte auszugleichen, die unser, aus so verschiedenartigen und einander oft widerstrebenden Elementen sich immer neu bildendes ‚Ich‘ gefährden und spannen“. Die gefühlsgetragene Kraft des Ausgleichs jener Gefährdung und Spannung ist die Wirkung, die das Werk ausübt. Die analytische Deutung verlangsamt und verdeutlicht den Prozeß. Sie läßt im Schatten liegende Vorgänge, Zusammenhänge, die der Leser nur ahnen würde, klarer hervortreten, sie zieht Linien nach, die dem Leser unbewußt bleiben, obwohl sie ihn leiten, und gibt den Elementen, die ein ganzes Lebenswerk ausmachen, das ihnen zukommende Gewicht. Die Richtigkeit einer solchen Analyse läßt sich von einem vergrößerten und erneuten Genuß am gedeuteten Kunstwerk ableiten.
Der Autor ist seinem Gegenstand ungewöhnlich gerecht geworden. Als Leser spürt man jene