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Diese Monographie hat sich mit Erfolg die Aufgabe gestellt, ein Krankheitsbild exakt zu erfassen, das im Bewußtsein der Medizin nur lückenhaft verankert
war. Weil die Herzneurose als körperliches Leiden dem Arzt angeboten wird, eigentlich aber eine psychische Störung ist, fällt sie oft — zum Nachteil der Kranken — durch die Maschen der medizinischen Nosologie, und zwar gerade dort, wo sie am weitesten sind, nämlich an den Nahtstellen zwischen organischem und psychologischem Krankheitsverständnis. Schon die zahlreichen zur Bezeichnung des Syndroms verwandten Synonyma — Angstneurose, Herzphobie, neurozirkulatorische Asthenie, um nur einige zu nennen — verweisen auf eine kognitive Unschärfe der medizinischen Wissenschaft in diesem Bereich. Insofern erfüllt dieser Band, der auf die Beobachtung und Auswertung von 100 eigenen Fällen und auf umfassende Literaturstudien einschließlich medizinhistorischer Aspekte gestützt ist, eine wichtige Aufgabe. An den diagnostischen und therapeutischen Konsequenzen aus dem Verständnis dieses Krankheitsbildes wird künftig kein Arzt mehr vorbeigehen dürfen.
Die wesentlichen Merkmale der Herzneurose seien kurz dargestellt:
Die Kranken klagen charakteristischerweise über anfallsartiges Herzklopfen oder Herzjagen oder über andere Mißempfindungen und Schmerzen in der Herzgegend, verbunden mit vegetativen Begleiterscheinungen, die sich als Ausdruck einer gesteigerten Sympathikotonie verstehen lassen. Organische Veränderungen sind in der Regel nicht nachzuweisen. In auffälligem Gegensatz hierzu steht die psychische Verfassung der Kranken, die überzeugt sind, an einem schweren Herzleiden erkrankt und vom Tode bedroht zu sein. Die tachykardischen Anfälle gehen mit ausgesprochener Vernichtungsangst einher; die Grundstimmung der Kranken pflegt ängstlich-depressiv zu sein. Dies führt bei vielen Herzneurotikern zu einem phobischen Lebensarrangement mit erheblichen Icheinschränkungen, in dem die Schonung des vermeintlich gefährdeten Herzens zum bestim