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Der Titel mit seinem vielsagenden Sinn paßt zum tiefen Gehalt des Buches. Es geht nicht allein um die Erziehung emotional gestörter Kinder, wie es im Untertitel einengend heißt, vielmehr implizit um Behandlung. Wie überall ermöglicht auch hier die Störung eine Vorstellung darüber, was ungestörte Entwicklung bedeutet. Wie sehr sich gerade ungünstige Entwicklungseinflüsse auf Kinder auswirken, wird an den lebendig geschilderten Beispielen des Buches überdeutlich. Über die Häufigkeit von Erziehungsfehlern ist damit natürlich nichts ausgesagt. Daß aber derart emotional gestörte Kinder nicht selten sind – auch bei uns in Deutschland –, kann Ref. aus eigener Erfahrung in der Erziehungsberatung nur bestätigen. Viel zu oft fehlt es an entsprechenden Einrichtungen, um diesen Kindern wirksam zu helfen. Hierfür ist die in den Rahmen der Universität Chicago eingegliederte „therapeutische Schule“ ein denkbar geeignetes Modell, das bei uns nachzuahmen den verantwortlichen Gremien hiermit nachdrücklich empfohlen sei.
Die Schule steht unter der Leitung des Autors. Die Art des Vorgehens ist hauptsächlich psychoanalytisch. Genauer gesagt: sie verfolgt die Richtung, die Aichhorn zuerst in der Behandlung verwahrloster Jugendlicher eingeschlagen hat (31). Die Grundlage sind die Schriften Sigmund Freuds und Anna Freuds. Verfasser und Mitarbeiter sind aber auch anderen großen Erziehern, von Comenius und Pestalozzi bis zu den Bühlers, der Montessori und Piaget verpflichtet, die geholfen haben, Kinder zu verstehen – und „vor allem uns selbst zu verstehen“ (32). Dabei zeigt sich der Erziehungsaspekt in dem Prinzip, dem Kind neue Erfahrungen zu ermöglichen, die es ihm erlauben, die gegenwärtige Welt zu ordnen (37).
Wie sehr der therapeutische Gesichtspunkt überwiegt, geht daraus hervor, daß die meisten Kinder noch niemals vorher Partner in einer befriedigenden menschlichen Beziehung gewesen und unfähig waren, menschliche Beziehungen irgendwelcher Art herzustellen. Es handelt sich also um Kinder