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Ein Familienmitglied wird zum Patienten, wenn die anderen sein Verhalten so organisieren, daß es ihre Wünsche erfüllt. Die anderen sind Eltern, Ehepartner oder Geschwister, ihre Wünsche kennzeichnen ihren Widerstand, eigene Konflikte auf sich zu nehmen und zu bearbeiten, kennzeichnen den Versuch, die aus Konflikten herrührenden Ängste mit Hilfe verfügbarer Objekte abzuwehren. Die Einschaltung eines oder mehrerer Familienmitglieder in die Auseinandersetzung mit triebhaften und narzißtischen Ansprüchen funktioniert die Abwehr und die Objektbeziehung um. Aus intra-individuellen werden psycho-soziale Abwehrmechanismen, aus Objektbeziehungen werden Rollenbeziehungen.
Zur psycho-sozialen Abwehrform führt die Unfähigkeit, Konflikte intra-psychisch zu lösen, führen aber auch die komplementären Bedürfnisse der anderen. Diese Bedürfnisse kommen in asymmetrischen Objektbeziehungen nicht zur Geltung. Hier schreibt ein Partner dem anderen die Rolle vor, die er zur Herstellung und Aufrechterhaltung seines Gleichgewichts spielen soll. Anders in symmetrischen Objektbeziehungen, wo beide Partner aus unbewußten Schutz- und Selbstwertbedürfnissen an der Rollenverteilung interessiert sind. Wer aber wirklich die Vorschriften für eine Rollenbeziehung erteilt, wer steuert und wer gesteuert wird, kann der Augenschein nicht klären. Die Expansion jedenfalls, das lärmende und eindrucksvolle Verhalten ist kein Kriterium. Die Verzagten steuern die Omnipotenten nicht wirkungsloser als die Verwahrlosten die Anankasten. Immer aber ist eine adressierte Verhaltensvorschrift eine Versuchung für diejenigen, die sich einen Wiedergewinn ihrer im Aufbau ihres Selbst und ihrer Objektbeziehungen erlittenen Verluste nur noch durch den Beistand anderer versprechen können. Daß die verzahnte, von gegenseitigen Kompensationsleistungen erfüllte Beziehung die Selbst- und Kommunikationsentwicklung zum Stillstand bringt, weil sie Trennung und Selbstbestimmung verhindert, wissen die in Rollenbeziehungen Verhafteten n