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Übersicht. Das Prinzip der Ordnung des Erlebens nach Gestalt-Kriterien wird auf Probleme der analytischen Ich-Psychologie angewendet. Die Annahme einer gestalthaften Ordnung auch des Verdrängten entstammt der Einsicht, daß das Verdrängte aus infantilen (ehemals bewußten oder vorbewußten) Vorstellungsinhalten besteht. Demnach ist von zwei Gestaltordnungen auszugehen, einmal der des hochdifferenzierten, reifen Ichs und zum anderen von der (im Verdrängten konservierten) primär-ganzheitlichen Ordnung des frühen Erlebens. Die gestalttheoretische Interpretation der Beziehungen zwischen Es und Ich ist der assoziationspsychologisch orientierten überlegen.
Theoretiker der Psychoanalyse haben wiederholt Aspekte der Gestaltpsychologie bzw. Gestalttheorie in psychoanalytische Überlegungen mit einbezogen1. Ein spürbarer Einfluß, insbesondere was konkrete Fragen anbetrifft, ist hiervon nicht ausgegangen. Allerdings ist festzustellen, daß derartige Berührungen fast ausschließlich in konzeptuell-grundsätzliehen Fragen gesucht wurden. Rapaport z. B. griff den ganzheitlichintegrativen Aspekt der Gestaltpsychologie heraus und betonte, daß dieser implizite auch jedem psychoanalytischen Denken zugrunde liege. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die analytische Triebtheorie durchaus nicht — wie von Gestaltpsychologen oft behauptet — ein atomistisch-mechanistisches Modell der Persönlichkeit zur Voraussetzung habe2. Der Umstand, daß die teilweise mit viel Sorgfalt und experimentellem Scharfsinn erarbeiteten Ergebnisse der Gestaltpsychologie nur wenig Einfluß auf psychoanalytische Vorstellungen gewinnen konnten, mag u. a. darin begründet sein, daß die Psychoanalyse sich dem Bereich der bewußten Ich-Vorgänge zu einem Zeitpunkt zuzuwenden begann, als die Gestaltpsychologie — aus ganz anderen Gründen — innerhalb der Allgemeinpsychologie bereits stark an Interesse verloren hatte. Im Hinblick darauf, daß — noch von Freud eingeleitet — die Psychoanalyse dabei ist, sich zu einer umfassen