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Kurz nach Erscheinen von Konrad Lorenz' Buch „Das sogenannte Böse“ sind auf Einladung von Alexander Mitscherlich Psychoanalytiker und Psychiater zu einem Symposium in Frankfurt zusammengekommen. Die Beiträge des vorliegenden Buches gehen auf Referate zurück, die zum Thema „Aggression und Anpassung“ gehalten wurden; sie sollen die Möglichkeit geben, „das Aggressionsproblem, vornehmlich aus psychoanalytischer Sicht, in ziemlicher Differenziertheit entfaltet zu sehen“ (12). Wichtig sind neben der Diskussion der psychoanalytischen Prämissen Hinweise auf die Verhaltensforschung, die die „Bereitwilligkeit oder das Zögern bei der Rezeption ethologischer Gedanken in die spezifischen Wissenschaften vom Menschen, insbesondere in das psychoanalytische Denken, widerspiegeln“ (12).
Begriffe sind das Gerüst einer Wissenschaft; sie stellen den gesicherten oder umstrittenen Fundus an Erfahrung und Reflexion vor, sie sind Kristalle oder Amalgame menschlicher Erkenntnis — einerseits verhelfen sie zu gesicherter Repetition und Klärung, andererseits bilden sie Brennpunkte theoretischer Differenzen und Diskussionen. Innerhalb der psychoanalytischen Wissenschaft sind Status und Qualität von Begriffen umstritten: als Metapsychologie werden Spekulationen über die Struktur der menschlichen Psyche bezeichnet; als metapsychologische Konstruktionen von heuristischem Wert betrachtet Freud sowohl sein Modell der Struktur der menschlichen Seele, als auch sein Konzept der dualistischen Triebkonstellation: Lebenstrieb—Todestrieb, Libido—Destrudo (Aggressivität). Freud hoffte, daß seine Triebtheorie eines Tages physiologisch unterbaut würde; die Annahme von Triebenergien sollte keine ungeprüfte Hypothese bleiben, sie sollten meßbar gemacht werden können.
Bis heute hat sich am Status dieser Begriffe nichts geändert, ihre Brauchbarkeit freilich hat physiologische Überprüfungen unaktuell werden lassen. Dabei ist die Annahme eines Destruktionstriebes bis heute umstritten geblieben, an ihr entzündete sich