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Nachdem eine Reihe von Feldstudien gezeigt hat, daß die Einweisung ins Krankenhaus, der Gang zum Arzt und schließlich jede Form des Hilfesuchens bei seelischen Krisen und Erkrankungen das Resultat eines komplexen Entscheidungsprozesses sind, an dem soziale Faktoren und familiäre Interaktionen beteiligt sind, mußten wir den Aussagewert epidemiologischer Untersuchungen auf der Basis von Hospitalisierungs- und Konsultationsdaten erheblich einschränken. Obwohl eine Fülle von Problemen noch auf dieser Ebene abgehandelt wird, kann man aus Klinikmaterial, aus der Zählung von Populationen, die durch unübersehbare Selektionsprozesse zustande gekommen sind, nicht mehr unbedenklich auf die Häufigkeit bestimmter seelischer Erkrankungen in der Bevölkerung (Prävalenz) oder auf Erkrankungsrisiken und ihre Zusammenhänge mit sozialen Faktoren u. dgl. schließen. Feldstudien jedoch, gleich, ob es sich um Totalerhebungen, Gruppenvergleiche oder Kohortenstudien handelt, zählen zu den schwierigsten und aufwendigsten Forschungsvorhaben des Faches.
Weil die Mittel und das Personal für eine Feldstudie fehlten, hat Strotzka die kluge Entscheidung gefällt, die Klientel einer ärztlichen Allgemeinpraxis auf ihren Anteil psychischer Störungen und Probleme hin zu analysieren. Es kam ihm entgegen, daß Leitner, als praktischer Arzt einer rund 2000 Einwohner zählenden österreichischen Kleinstadt, seinerseits analoge Interessen hatte und seinen Sprengel, zu dem auch noch 3 Dörfer und damit eine Gesamtpopulation von 3360 Menschen zählten, nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch aus Familientradition kennt. Sein Vater war bereits als praktischer Arzt dort tätig gewesen. Allerdings wird die Vollständigkeit dieser Erhebung vorweg dadurch eingeschränkt, daß im gleichen Gebiet noch zwei weitere praktische Ärzte tätig waren.
Die Verff. geben eine lebendige und sehr differenzierte Beschreibung der untersuchten Gemeinde, die das politische und kirchliche Leben, Betriebe, Vereinsaktivitäten, den Wohnstanda