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Bei ihrem ersten Versuch, das Jahrbuch der Psychoanalyse nach Themen zu organisieren, haben die Herausgeber ein höchst aktuelles Problem aufgegriffen: das Verhältnis von Psychoanalyse und Sozialwissenschaften. Nun hatte sich dafür eine günstige Gelegenheit durch das Wiesbadener Symposium (VII. Intern. Kongreß für Psychotherapie ) angeboten, das insofern eine „geschichtliche“ Weite hatte, als — unter Alexander Mitscherlich als Moderator — auf der einen Seite in Max Horkheimer die Tradition der Vermittlungsanstrengungen der Frankfurter Schule auf Vertreter der ganz andersartigen Richtung einer psychoanalytisch-sozialwissenschaftlichen Kooperation in Gestalt von Muensterberger und Spiegel traf. Die gegensätzlichen Positionen werden in den Referaten freilich — und auch in der nachfolgenden Diskussion — nur in Hinweisen spürbar. Horkheimers Darstellung deutet die Stichworte der Kritischen Theorie eher an, als daß sie Position und Perspektive pointiert durchzeichnete. Spiegel skizzierte dagegen einigermaßen scharf seinen Standpunkt: Psychoanalytiker und Soziologen sollten lernen, als verbündete Fachleute die Sprache des jeweils anderen zu sprechen. Spiegel exemplifizierte das auch, indem er einen Abriß einer Rollentherapie vorstellt, in deren Kategorien der dynamische Grundgesichtspunkt der Psychoanalyse wohl eingegangen ist, die gleichwohl aber in der soziologischen Dimension verbleiben. Nur die Sprache, nicht die Gegenstände der beiden Wissenschaften werden vermittelt. Wie weitgehend dabei der entwicklungsgeschichtlich-lebensgeschichtliche Aspekt der Psychoanalyse ausgeschlossen wird, mag das Zitat zeigen: „Die von mir beschriebenen Konflikte sind indessen ganz allgemein. An sich sagen sie noch nichts aus über die Stufe der psychosexuellen Entwicklung, auf der sie das betreffende Kind befallen.“
Kurz gesagt, Individuum und Gesellschaft bleiben im Subjekt (das ins Auge gefaßt wird) mehr oder minder unvermittelt nebeneinander, wie sich im folgenden erkennen läßt: „Wie wir