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Mit ausgewogener Selbstkritik haben der klinische Psychologe Meyer und der Psychiater Chesser eine Zusammenstellung der theoretischen Grundlagen der Verhaltenstherapie, der Methodik ihrer praktischen Anwendung und ihrer Wirksamkeit vorgelegt.
Die Verhaltenstherapie versucht, sich ausschließlich auf gesicherte Erfahrungen der Experimentalpsychologie zu beschränken. Sie wird auf die Behandlung vieler psychischer Krankheiten, wie zum Beispiel auf Süchte, Minderwertigkeits-und
mangelnde Selbstwertgefühle, Perversionen und Sexualstörungen, Einnässen, Stottern und Tics sowie auf Zwänge und Phobien angewandt. Neben neurotischen und psychosomatischen wurden auch psychotische Unangepaßtheiten mit verhaltenstherapeutischen Techniken behandelt.
Der didaktische Aufbau macht das Buch geeignet als Einführung in diese klinisch-psychologische Methode, da auch in einem weiteren Rahmen auf das Verständnis der alten Psychiatrie, der Psychoanalyse und der behavioristischen Lerntheorie eingegangen wird, wobei allerdings der letzteren im Verhältnis viel Raum geboten wird. Nach einer grundlegenden Erörterung klassischen und operanten Konditionierens und der Beseitigung derart erlernten Verhaltens wird die Anwendung dieser Erkenntnisse anhand des Prinzips der negativen Übung, des Prinzips der Reizüberflutung und des instrumentellen Konditionierens gezeigt. Besondere Beachtung verdienen die Kapitel 5 bis 8, in denen die verschiedenen Möglichkeiten der Anwendung verhaltenstherapeutischer Methoden und ihre Wirksamkeit durch neueste Forschungen über die Eigenart des Behandlungsprozesses belegt und einer Kritik unterzogen werden.
Im Schlußkapitel über die gegenwärtige Lage und die künftige Entwicklung der Verhaltenstherapie bestätigen Meyer und Chesser, daß diese klinisch-psychologische Methode das gefährliche Stadium erreicht hat, in dem der erste Enthusiasmus und die optimistische Haltung, die jeden neuen Kult und auch jede therapeutische Methode anfangs tragen, allmählich dadurch verunsichert