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Der Behandlungsbericht eines mißgebildeten, taub geborenen 15jährigen Mädchens
mit Klein-Wartenburg-Syndrom zeigt die Möglichkeiten, aber auch Notwendigkeiten auf, Kinder- und Jugendlichenbehandlungen in ihrer Technik zu variieren, wenn es die Umstände erfordern; sie erweitern damit die Indikationsbreite der Psychotherapie.
Der Autor hat mit dem Bericht Doris einmal mehr bewiesen, welche therapeutischen Chancen bei einer psychoanalytischen Grundhaltung gegeben sind. Das Mädchen, das sich seit dem 6. Lebensjahr im Internat einer Taubstummenanstalt befand, hatte im Zusammenhang mit der Krise der Menarche ein psychotisches Zustandsbild entwickelt.
Als der Verfasser als psychiatrischer Berater des Heimes zugezogen wurde, übernahm er den schwierigen Versuch einer Behandlung, wobei ihm das außergewöhnlich gute Heilklima, speziell die Mitarbeit der verständigen Heimerzieherin dieses Kindes, eine unerläßliche Hilfe war. Er schildert eindrücklich seine ersten Versuche der Kontaktaufnahme zu dem Mädchen, das sich zu Beginn in einem tiefen autistischen Dämmerzustand befand. Die Behandlung löste im Wechsel aggressive und depressive Phasen mit einem gesteigerten Zärtlichkeitsbedürfnis des Kindes aus, denen sich sowohl Therapeut wie Erzieherin jeweils zu stellen suchten.
Bodenhelmer weist auf das wichtige Prinzip der Reziprozität — Gabe und Wiedergabe — im psychotherapeutischen Prozeß hin, und in diesem besonderen Falle der gesichtsentstellenden Mißbildung des Mädchens auf die Notwendigkeit, daß dieses sich zu seinem “Anders-Sein” bekannte, was auch in einer Reihe von Träumen eine Bestätigung fand. Allmählich lernte das Mädchen seine verzweifelte Realsituation anzunehmen und zu bewältigen.
Dank der Mitarbeit des Internates wurden auch kritische Normalschwankungen im normalen affektiven Trotzverhalten des jungen Mädchens überwunden, das nunmehr vor der Berufswahl steht (Katamnese 2 Jahre nach Behandlungsabschluß). Ein reichhaltiges hervorragendes Bildmaterial (Malereien des Mädchens