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Drei Gegebenheiten sind vorweg festzustellen. P. ist wohl der bedeutendste lebende Entwicklungspsychologe in Europa, und es ist bedauerlich, daß er in der deutschsprachigen Literatur und Lehre bisher relativ wenig Beachtung gefunden hat. Die zweite Feststellung bezieht sich auf P.s Methode. Er ist Empiriker; dabei bedient er sich im Gegensatz zu früheren deutschen Entwicklungspsychologen der systematischen, kontrollierten Beobachtung, jedoch wiederum im Gegensatz zu den meisten Amerikanern nicht der Laborsituation oder des Experiments. Er selbst nennt seine Methode eine “klinische”. Damit meint er, daß er in Lebenssituationen beobachtet und entweder durch Beobachtung des. Verhaltens oder durch Exploration des Kindes seine Informationen gewinnt. Er liegt also in seiner Methodik nicht fern von R. Spitz, der ja auch in Lebenssituationen beobachtet, aber seine Beobachtung möglichst kontrolliert handhabt. Zum dritten sei noch etwas über die grundsätzliche Position des Autors ausgesagt. Er steht u. E. zwischen der klassischen Entwicklungspsychologie, der behavioristisch orientierten amerikanischen Entwicklungspsychologie und der Psychoanalyse. Nicht zufällig haben P. und seine engste Mitarbeiterin, Bärbel Inhelder, vor ca. 15 Jahren einen Aufsatz über das Verhältnis der Psychologie Piagets zur Psychoanalyse geschrieben. Wir glauben, daß P. gerade den Raum, den H. Hartmann die “primäre autonome konfliktfreie Ichsphäre” nannte, mittels seiner Forschungsergebnisse sehr wesentlich ausfüllt. Diese Vorbemerkungen sind notwendig, da P. im vorliegenden Werke sich besonders mit der Theorie des Unbewußten auseinandersetzt und es deshalb nützlich ist, von vornherein den Standort des Autors zu kennen.
Und nun zum vorliegenden Buche. Der Titel der deutschen Übersetzung —“Nachahmung, Spiel und Traum” — gibt zwar die Hauptthemen, wie sie sich auch z. T. in den Überschriften der großen Abteilungen des Buches repräsentieren, wieder; doch scheint uns der französische Originaltitel “La forma