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Moser veröffentlicht Aufzeichnungen, in denen er Gespräche mit einer kleinen Gruppe von jugendlichen Delinquenten festgehalten hat. Künzel kommentiert den Prozeß dieser sich durch fast 2 Jahre hinziehenden Entwicklung.
Mosers Bemühen, außerhalb der konventionellen Methoden des Strafvollzuges, weist, sich als ein Experiment aus, das alle Interessierten zum Nachdenken und zur Diskussion anreizt. Es ist von außerordentlicher Aktualität. Die Selbstaussagen der Inhaftierten dokumentieren auf drastische Weise, wie die veralteten Strafbegriffe und Vollzugsmethoden auch in einer pädagogisch fortschrittlichen Strafanstalt grundsätzlich Resozialisierung immer noch behindern.
Der Autor übersetzt das, was geschieht, in eine einfache und anschauliche Sprache. Häufig ist es dem Leser überlassen, durch einfühlendes Denken komplexere Zusammenhänge aus dem Material selbst zu erschließen. Er sieht, wie sich im Gruppengeschehen Szene für Szene Handlungsweisen und Lebensweit dissozial agierender Jugendlicher abzeichnen. Und wer über Erfahrungen mit Delinquenten verfügt, wird mit Respekt verfolgen, wie Moser an dieser Aufgabe arbeitet. Beim Lesen der Protokolle beeindruckt, mit welcher Konsequenz das Milieu, aus dem die Jungen kommen, lange Zeit hindurch das Binnenklima der Gruppe bestimmt. Da ist Verlassenheit des einzelnen ohnehin das Grunderlebnis. Moser zeigt, daß es schwer ist, Mißtrauen von Menschen zu vermindern, die Vertrauen, Zuneigung und Vernunft in ihrer Kindheit nicht kennengelernt haben: “Eine der Schwierigkeiten des Umgangs mit ihnen ist das Erlebnis, wie zäh sie an Haß, Hohn, Mißtrauen, Neid und Brutalität festhalten, well sie ihnen so gute Dienste in einer lieblosen Umgebung geleistet haben; wie rasch sie zu ihnen zurückkehren, well sie vor den freundlicheren Gefühlen oft panische Angst erfaßt, weil sie den Absturz fürchten, die Fußangel, die Enttäuschung und gleichzeitig das Übermaß ihrer angestauten Wünsche nach emotionaler Wiedergutmachung.”
In seiner Analyse macht Künz