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Der sechste Band des Jahrbuches ist Problemen der psychoanalytischen Technik gewidmet. Mit diesem Thema von unmittelbarer klinischer Bedeutung dürfte er auf das besondere Interesse der praktizierenden Analytiker stoßen. Im Vorwort des Redakteurs, G. Scheunert, werden die Horizonterweiterung der psychoanalytischen Forschung und der fortschreitende Ausbau der Ich-Psychologie in seinen Folgen für die Technik der praktischen Anwendung herausgestellt, die zu Akzentverschiebungen in der Behandlungspraxis geführt haben. In dem kurzen, aber sehr bemerkenswerten Referat Morgenthalers über „Aspekte der Anwendung der Psychoanalyse“ werden Schicksale der infantilen Sexualforschung in ihrer Bedeutung für die Technik des Analytikers herausgestellt. Während der junge, noch wenig erfahrene Analytiker dazu neigt, seine Restneurose in der Beziehung zu seinem Analysanden zu reaktivieren, nimmt die Konfliktneigung des Analytikers mit wachsender Erfahrung ab. Die Restneurose wird zum Bestandteil der analytischen Persönlichkeit, aber auch zum Bestandteil seiner individuellen analytischen Technik. Bei Analytikern, die sich damit zufrieden geben, selbst verstanden zu haben, was im Patienten vorgeht, ohne dem Analysanden ihre Einsicht zu vermitteln, trägt die sublimierte infantile Sexualforschung noch Züge einer frühkindlichen Schaulust. Analytiker, die ihre einmal gewonnenen Einsichten sämtlich deutend an den Analysanden herantragen, zeigen noch immer eine kindliche Impulsivität, die den Aufschub der motorischen Aktivität erschwert. Beim gelassen, distanziert und neutral wirkenden Analytiker ist der Funktionswandel der Abwehr in der Haltung deutlicher spürbar als die Sublimierung von Triebregungen. Diese Analytiker neigen dazu, die Wirkung, die von ihrer Person ausgeht, zu unterschätzen. Morgenthaler weist auf die Notwendigkeit hin, die bestehende Beziehung zwischen Analytiker und Analysand ständig neu zu de-konfliktualisieren. Eine Störung, die sehr häufig in der analytischen Arbeit zu fi